Free Burma, aber richtig

Es ist noch nicht lange her, da haben einige politisch Interessierte in Europa für “Free Burma!” geworben. Als mutige Mönche eine friedliche Protestbewegung starteten, war man sich einig, dass man zumindest mental die Menschen in Burma gegen die irre Militärjunta unterstützten sollte. “Free Burma!” verstanden einige jedoch nur mit einer Art von “kraftspendender Gedankenübertragung”. Wie viel der gut gemeinte, aber realitätsfremde Beistand geholfen hat, sieht man jetzt. Die Militärregierung, die den “Aufstand” brutalst niederschlug mit zig Toten hat fernab des westlichen öffentlichen Interesses das Land weiter heruntergewirtschaftet. Das Volk wurde wie in den letzten 50 Jahren dumm und arm gehalten, Arbeitslager, Erschießungen und Folter gehören bis heute zur Normalität.

Monate nach den Protestmärschen fegte ein Zyklon über Burma und riss vermutlich 100.000 Menschen in den Tod. Der Militärregierung scheint das egal zu sein, Hauptsache, man bleibt weiterhin an der Macht.
Dafür werden ausländische Hilfsmaßnahmen gestört, boykottiert und entnervt. Dass das Volk dahinvegetiert und stirbt ist den Machthabern offensichtlich vor dem geplanten Referendum gar nicht so unrecht.

So oder so: Das Wort “gerechtfertigte intervention” darf man in Europa nicht in den Mund nehmen. Und selbst wenn nicht 100.000, sondern 1.000.000 Menschen - gerade wegen der Blockade-Taktik in ein paar Monaten tot sein könnten, darf man nicht annähernd von einer notwendigen militärischen Operation sprechen. Da wäre man gleich ein Nazi (selbst als Grün-Wähler), ein Bush-Anhänger oder ein Kriegsverbrecher. Der heutige verbreitete Pazifismus ist nicht mehr gesund, sondern krank. Er ist zum Radikalpazifismus übergegangen, der jede Kriegshandlung ablehnt, und sei es zur Rettung von Millionen von Menschen. In vielen Europäern steckt ein Chamberlain, ein zweiter Denkfehler wie damals - “Hitler? Der wird schon Ruhe geben!” wäre absolut zu jeder Zeit denkbar.

Hier geht es nicht darum, für einen sofortigen militärischen Schlag zu plädieren - Es geht darum, etwa die amerikanische Position zu befürworten, notfalls ohne Zustimmung der Militärjunta den Menschen zu helfen, und zur Not mit Waffengewalt.

Anstatt scheinheilig “Free Burma!” zu rufen, sollte man endlich den Weg zum Realismus finden. Den Menschen in Burma muss geholfen werden - Mit Hypnosemethoden wird man das leider nicht erreichen.

Veröffentlicht in: on Mai 8, 2008 at 10:17 Kommentare (2)

Eigenverantwortung? Das Österreichische am Inzest-Fall

Der Inzest-Fall wird in den Medien unerträglich ausgeschlachtet. Entweder hilft nur ignorieren, oder analysieren. Ich entscheide mich für den zweiten Punkt, auch, wenn es bisweilen etwas weh tut.
Schmerzen bereiten weiterhin die Ausfälle internationaler Klopapier-Medien, die einen Zusammenhang von “Verliesen”, “Vergewaltigern” und österreichischen “Genen” erstellen wollen. Selbst der “Guardian” hat nicht davor zurückgeschreckt und wird von mir aus meinem Feed Reader verbannt.

Gehobenere Medien haben jedoch eine etwas feinsinnigere Richtung eingeschlagen. Am Inzest-Täter sei nichts österreichisches, sehr wohl aber am Umfeld. Und das trifft es genau, was Thomas Bernhard, Jelinek und sonstige als “Vernaderer” denunzierte Intellektuelle predigten.

Denn plötzlich treten die mediengeilen österreichischen Ratten hervor, meist vor ausländischen Medien, genau jene, die während ihrer Kontakte mit dem Inzest-Franz nichts bemerkt haben wollen, aber sich nun doch, weil man halt ins Rampenlicht kommen kann, an komische Auffälligkeiten erinnern. Plötzlich treten zahlreiche Ex-Mieter von Mieteigentümer Franz F. hervor, die - als hätten sie ein Aha-Erlebnis - über diverse “Das sollte man eigentlich schon der Polizei melden”-Auflagen berichten: Auffällige Lebensmitteltransporte, pochen, kratzen und scheuern aus dem Keller, und natürlich der absolute Gipfel: Ein Mieter wusste sogar über Vergewaltigungsgerüchte bezüglich der Tochter von Franz F. durch eine Jugendfreundin der Tochter bescheid. Diese Jugendfreundin sei mit Elisabeth F. nach Wien geflüchtet, aber dann doch quasi “abgefangen” worden.

Es sei ja alles so einfach, würden jetzt einige sagen. Man mischt sich nicht in die Privatangelegenheiten anderer ein, würden andere sagen. Das sind die typischen österreichischen Antworten.

Fakt ist: Es haben Menschen über Vergewaltigungsgerüchte an Elisabeth gewusst. Es haben besonders einige Mieter vom spurlosen Verschwinden von Elisabeth gewusst. Eins und Eins zusammenzählen ist halt dann schwer, besonders, wenn man gerne im gemütlichen Mietshaus weiterleben möchte und zuerst eher an sich selbst denkt, wie etwa jener Herr, der auf das Angebot, das “komische Klopfen im Keller zu untersuchen”, gleich eine Mietsvertragsauflösung angedroht bekam, vom Inzest-Franz verständlich. Warum da solch unangenehme Details an die Polizei verraten, als sie das Verschwinden von Elisabeth untersuchte? Da ist es dann doch viel bequemer, wenn es schief geht wie jetzt, DEN Behörden wie die Polizei die Schuld zu geben. Die haben eben nicht ordentlich verhört, wie es sich gehören würde.
Aber wenn da die BBC anklopft, muss man das schon ausnützen, gelle?
Null Eigenverantwortung

Hier offenbart sich nicht nur die Ich-Bezogenheit, die natürlich ein globales menschliches Problem darstellt, sondern auch die österreich-spezifische Verantwortungslosigkeit. Die Behörden werden es schon richten, nur die Behörden sind verantwortlich. Die Behördenobrigkeit, die jede Eigenverantwortung - dankbar - abgibt, ist ein Erbe der Habsburger-Monarchie. Schön war die Zeit, als man das eigenständige Denken an den Kaiser oder die Kaiserin abgeben konnte. Nun, in dieser ach so komplizierten Demokratie ist es eben praktisch, die demokratischen Behörden als Denk- und Verantwortungsorgane zu verstehen, denen man gegebenenfalls im schlimmsten Fall die Schuld  für alles Böse übertragen kann. Der Staat als Herrgott und Sündenbock zugleich.

Gewiss gibt es dieses Phänomen in anderen Ländern. Doch nirgends wurde die Verantwortungslosigkeit so tradiert, ja so verbreitet und willig angenommen wie in Österreich.

Ducken, wegsehen, nur auf sich achten, und erst etwas sagen, wenn es einen Vorteil verspricht. Auch, wenn es für die Opfer zu spät ist.

Veröffentlicht in: on Mai 3, 2008 at 9:56 Kommentare (2)

Austria? Land of Horror? Gedanken zum Inzestfall

Zuerst das “Bombenhirn”, dann der Kampusch-Priklopil, dann der Inzest-Franz: Alle drei lebten in Österreich, alle drei lebten ihre perversen Fantasien aus, und alle drei sorgten für Entsetzen in der Weltöffentlichkeit. Alle waren auf irgendeine Weise hochbegabt, aber von Wahnsinn erfüllt. Franz Fuchs, der Bomben bastelte und laut IQ-Tests einen IQ von 160 auswies, und die besten Profiler zum Narren hielt, Wolfgang Priklopil, der 8 Jahre lang ein Mädchen gefangen hielt und jetzt also der “Inzest-Franz”, der als ich zitiere einen Augenzeugenbericht “grenzgenialer Elektrotechniker”, der 24 Jahre seine Tochter einsperrte, vergewaltigte, und 7 Kinder mit ihr zeugte.
Es gehört zum Wesen den besonders Bösen, dass die Täter nicht gerade “unintelligent” sind - Geht auch nicht anders, will man jahrelang das Netz aus Lügen und Verstecken aufrechterhalten.
Das ist schon mal eine Grundinformation, die für viele unerträglich ist. Intelligente Menschen würden so etwas nicht machen - Falsch. Intelligenz und Wahnsinn schließen sich nicht aus, sie sind die perfekte Kombination des Bösen.
Der zweite Fehler ist die Entmenschlichung der Täter. “Pro Sieben Austria” spricht nur mehr von der Bestie von Amstetten. Sager wie “Das kann ein Mensch nicht machen!” treiben Psychologen berechtigterweise zur Weisglut. Denn ein Mensch ist sehr wohl in der Lage, grauenvolles zu vollbringen. Nur die Gesellschaft kann und will es nicht wahrhaben, und will sich mit fragwürdigen Titulierungen aus der Affäre ziehen.

Zum Haare raufen ist die Suche nach Schuld: Gewiss gibt es in vielen Kriminalfällen behördliche Mängel. Mittlerweile wird automatisch nach jeder größeren Angelegenheit nach Schuld bei den Behörden gesucht. Das hat den Zweck, die Eigenverantwortung abzuladen und einen Sündenbock zu erurieren. Genau jene, die “es eh schon immer gewusst haben, dass der Franz ein komischer war …”, sind da immer ganz besonders eifrig bei der Schuldsuche.

Der Gipfel bis dato sind aber die internationalen Medienberichte: Österreich ist nun nicht mehr das Land des Mozarts, der Musik und der Fiaker, sondern das Land der Perversen, der Pädophilen und des Inzest-Franz.
Das haben viele noch gar nicht begriffen, was auf Österreich in den nächsten Jahren zukommen wird. Belgien kann ein Liedchen davon singen, ein jahrelanger Imageschaden durch einen einzelnen Irren, für den Rest-Belgien nichts konnte. Die EU-Sanktionen war gar nichts im Gegensatz zum aktuellen Fall - Austria? Land of horror?

Einige Beispiele gefällig:

EL Pais (Madrid)
Perversion oder Krankheit… Schon wieder in Österreich. Wieder erreichen uns aus Österreich Nachrichten, die uns umwerfen. So wie die Entführung von Natascha Kampusch. (…) Wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte.

Jutarnji list (Zagreb)
Die österreichischen Politiker sind schockiert. Oder sind sie verantwortlich? In Österreich zeigen die Politiker gerne, wie erschüttert sie sind. Sie haben dabei keine Angst, dass sie vielleicht zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Vecer (Maribor)
Ist auch in Österreich die Familie in jedem Fall so heilig und unantastbar, obwohl doch alle Indizien darauf hinweisen, dass in ihr etwas passiert ist, was bisher unvorstellbar war?”

Delo (Laibach)
Österreich wird sich fragen müssen, was einige in seiner reichen, selbstbewussten Gesellschaft dazu verleitet, derart kranke Fantasien zu verwirklichen, wie das Einsperren einer Geliebten allein und für immer in einem dunklen Keller.

Jetzt wird man also nicht mehr auf Haider, Nazis oder auf den schlechten Fußball im Ausland angesprochen werden. Man kann sich schon darauf freuen.

Die Stigmatisierung eines Landes aufgrund eines Falles ist natürlich eine bodenlose Unverschämtheit, zeigt aber das intellektuelle Niveau, auf das sich die Öffentlichkeit befindet.
Was aber besonders in Österreich auffällt, ist die Angst vor dem Ansprechen, vor dem Hinterfragen. Das “Vernaderer”-Phänomen ist in Österreich im Gegensatz zu anderen ähnlich kleinen Ländern sehr ausgeprägt.
Das wäre der einzige Kritikpunkt - Österreich ist aber genau so wenig ein Perverso-Land wie Deutschland, Frankreich oder Belgien. Aber normale Berichterstattung - Das kann man sich in der heutigen Zeit nun einmal nicht erwarten.

Veröffentlicht in: on April 29, 2008 at 12:34 Kommentare (8)

ORF-Sportjournalismus im Rapid-Himmel

Montags, im Fernsehsender “DSF”: Der Reporter leitet ein Interview nach einem Fußballspiel mit den Worten “Unter uns Journalisten ist es verpönt, zu fragen, wie sich ein Spieler fühlt” ein.

Da bekommt man als ORF-geschädigter Österreich schon einen Lachkrampf. Denn Oliver Polzer, Pariasek und Co. haben da ganz ein anderes Bewusstsein für Berufsethik, abgesehen von ihrer Lieblingsfrage: “Wie fühlen Sie sich?”. Die Fußballabteilung des ORF’s ist ein einzigartiges Beispiel für miesen Journalismus, unobjektiv noch dazu. Ein Skandal wäre es, wenn ein Delling oder ein Netzer orgasmusartige Zustände bei einem Sieg eines Vereins bekommen würden.
Pariasek und Co. schämen sich nicht, sich als Qualitätsjournalisten zu sehen, gleichzeitig aber eindeutig zu zeigen, welcher Verein der einzig wahre Verein in Österreich und sowieso auf der Welt ist.

Egal, welch Fan man ist, die jahrelange Subjektivität der ORF-Moderatoren ist ein Skandal, und noch ärgerlicher ist es, dass dieser Unfug ohne große Aufregung in der ORF-Führung geduldet wird.
Ein weiteres Phänomen ist orf.at. Dort ist die Sportabteilung drauf und dran, die Blödheiten ihrer Fernsehkollegen zu toppen. Im Laufe des Meisterschaftsendkampfes in der österreichischen Bundesliga hat man natürlich DEN Verein gepuscht. “Tradition gegen Kommerz”, tönte es in einem Artikel. “Die besten Fans der Welt”, tönte es im anderen Artikel:

EADS-Millionen, Pensionsversicherungsverträge für die Mitglieder, OMV-Logo auf dem Shirt - Alles natürlich kein Kommerz, aber das würde der qualitätsvolle Journalismus des ORF nicht wagen, derart kritisch mit DEM Traditionsverein umzugehen. Da ist es schon weit würdiger, auf DEN Fußballfeind schlechthin hinzuhauen, und in Rapid den Erlöser zu suchen. Die besten Fans der Welt. Wer denkt da noch an diverse Schlägereien oder immer wieder komische Vorfälle, die - hoit a bissal - ans rechte Eck erinnern?

Aber der ORF-Journalismus und der gesamte österreichische Fußball ticken anders. Selbstverständlich wurde die Rapid-Meisterfeier übertragen. Steht doch außer Frage, dass auch die Meisterfeier von Red Bull Salzburg übertragen worden wäre, hätte dieser Verein den Meistertitel noch errungen. Apropo: Wie fühlen Sie sich?

Veröffentlicht in: on April 28, 2008 at 9:35 Kommentare (3)

“Waterboarding” - Wenn der Hinweis auf Folter selbst zur Folter wird

Amnesty international ist eine wichtige Organisation. Unrecht muss beobachtet werden. Unrecht muss beachtet werden. Unrecht muss beschrieben, analysiert und bewertet werden. Dies sind nur wenige Aufgaben dieser eigentlich ehrenwerten Organisation. Aber auch Organisationen können ideologisiert werden, auf einer Welle des Mainstreams mitschwimmen, gerade wenn sie populistische Zustimmungen gewinnen wollen.

AI weist gerne auf die Folterstaaten dieser Welt hin. Doch hat diese Organisation schon lange gemerkt, dass ein allgemeiner Hinweis nicht zieht. Schon gar nicht ziehen in Europa Berichte über Folter in China, außer, wenn es die Tibeter betrifft, weil der Dalai Lama so lieb lächelt. Andere gebeutelte Minderheiten in China sind nicht von Interesse. AI braucht auch gar nicht über die vielen vergewaltigten tschetschenischen Frauen berichten, über die die russischen Soldaten hergefallen sind. Im Gegensatz zu den USA, wo derartiges Verhalten sofort bestraft werden würde, haben die russischen Soldaten in Tschetschenien Narrenfreiheit.
Ebenso würden keine Hinweise auf die Verbrechen der Taliban oder der Al Kaida der Renner sein. Dass die Taliban ihre zwölfjährigen Kinder die Köpfe von Gefangenen abschneiden lassen, als Ritual zur “Mannwerdung”, wird keine Aufmerksamkeit schüren. Dass in Saudi Arabien Menschen schon mal für Diebstahl ihre Hände verlieren können, oder dass in einigen “orientalischen” Foltergefängnissen noch die “Eisener Jungfrau” stehen soll, ist halt auch unspektakulär.
In Afrika regieren Warlords, die es lieben, das Fleisch ihrer Feinde zu verspeisen oder den Krokodilen zum Fraß vorzuwerfen. All das macht keine Aufmerksamkeit!

Daher bleibt AI gar nichts anderes übrig, um irgendetwas über DEN Hass-Staat zu bringen, ein Anti-Waterboarding-Video gegen die einzige verbliebene Supermacht der Welt.
Gewiss: Eine Schande ist es, dass diese “Verhörmethode” in Guantanamo und in Geheimgefängnissen existiert. Unentschuldbar ist es, dass Bush und Co. dies auch noch öffentlich rechtfertigen. Völlig inakzeptabel, ekelerregend, grausam.

Der Eindruck ist aber nun einmal so, dass die USA pauschal wieder einmal als “Satan” - als Mittel für den Zweck - herhalten müssen. Bei aller gerechtfertigten Kritik, die geäußert werden muss, sind die USA nicht mit Foltersystem-Staaten wie Iran, Saudi Arabien oder China zu vergleichen.
Zudem es eine psychologische Erklärung (keine Entschuldigung!) gibt: Die Vereinigten Staaten sind traumatisiert, sie wurden angegriffen, tausende Menschen am 11. September ausgelöscht, Solche Ereignisse fressen aus Angst die Seele auf, man akzeptiert Dinge, die man sonst nie akzeptieren würde. Die Zeit wird die Wunden heilen, der Anfang beginnt mit dem Ende von Bush. Diesen Eindruck hat man von anderen Staaten nicht, und das ist der große Unterschied. Die USA haben sich immer schon selbst “geheilt”.
Folter ist kein “amerikanisches” Problem, sondern ein weltweites Problem. Man darf nicht vergessen, dass es in Österreich gar nicht so lange her ist, dass Folter erlaubt war, oder das diverse Schubhäftlinge von Behörden eine “Extrabehandlung” zu spüren bekamen. Folter beginnt schon bei der Bevölkerung selbst: In Deutschland hatten viele Verständnis für jenen Polizisten, der mit Folterdrohungen die Wahrheit aus einem Pädophilen herauspressen wollte.

Dieses globale, allumfassende Problembewusstsein existiert jedoch nicht. Nur als Teil einer antinationalen Bewegung ist es in einer offensichtlich leicht überforderten Gesellschaft möglich, begeisterte Aufmerksamkeit zu erlangen, sei es früher der Hass auf alles “Jüdische”, der Hass auf alles “Französische”, oder der aktuelle Hass auf Israel oder die Vereinigten Staaten.

“Waterboarding” ist übrigens eine europäische Form der Folter. Ihr Entwicklungsstadium erreichte unter der spanischen Inquisition ihren Höhepunkt.

Veröffentlicht in: on April 25, 2008 at 1:15 Kommentare (3)

Die wandernde Kniescheibe

Im Zuge meines Abnehmprogramms (wiege nun 85 Kilo mit 1,87m Größe) lief ich gestern gemütlich durch den Wald, als plötzlich die Kniescheibe sich von mir trennen wollte. Jedenfalls wanderte die Kniescheibe während eines Schritts auf eine Wurzel von vorne bis zur Kniekehle zurück, begleitet mit einem entzückenden Knirschen.

Alleine im Wald, ohne Handy (Ich Depp!), blieb mir nichts anderes übrig, als mir die Kniescheibe durch einen gezielten Schlag wieder einzurenken, mit Sternchen vor den Augen aufzustehen und 20 Minuten durch den Wald bis zum Auto zu humpeln.

Nach einer Fahrt ins Krankenhaus, wo kein gröberer Schaden - ich habe wohl einen Knorpel aus Gummi - diagnostiziert wurde, außer des sichtbaren Blutergusses, durfte ich mit einer umständlichen Knieschiene heim.

Verständlich, dass mir heute die Lust fehlt, etwas politisches zu schreiben.

Veröffentlicht in: on April 20, 2008 at 12:17 Kommentare (6)

Und ewig grüßt der Akademikermangel

Österreichische Diskussionen gehen folgendermaßen von statten: Zuerst wird die Diskussion von Deutschland abgeschaut, weil man selbst nicht in der Lage ist, ein Problem zu begreifen. Dann wird wild und emotional parteipolitisch und ideologisiert herumdiskutiert, bis die Diskussion irgendwie in die Schublade des Nichts verschwindet. Später, nach einigen Monaten, taucht die Diskussion wieder auf und die Diskussion beginnt wieder ganz von vorne. Und ewig grüßt die österreichische Diskussion, ohne Ende, ohne Aussicht auf Verbesserung.

Momentan gehts zum 1.000.000stel Mal (ich kann mich schon an Diskussionen in meiner Hauptschulzeit vor 10 Jahren erinnern) wieder wegen der zu geringen Akademikerquote.
Schon wieder werden altbekannte Argumente aufgeführt. Und schon wieder wird der intellektuellenfeindliche Fehler begangen, punkto Bildung rein nach der Wirtschaft zu gehen und nur technisch-naturwissenschaftliche Studien fördern zu wollen, obwohl dieses Land vielseitige Denker sehr wohl benötigen würde.
Nun denn, wird auch schon wieder (wieder ist heute mein Lieblingswort!) die bildungsfeindliche Mentalität in der Gesellschaft Österreichs außen vor gelassen, die mich selbst schon in den Wahnsinn treibt und die vieler meiner Kollegen in das studentische “Aus” gebracht hat. Diese Studentenfeindlichkeit kann man nicht nur an den horrenden Preisen (Studiengebühren, Öffis etc.) ablesen, sondern auch von den Aussagen von Nicht-Studenten, die nur wie die alten Griechen körperliche Arbeit als richtige Arbeit ansehen, und die Studenten als einen Seitenzweig der Sozialschmarotzer empfinden. Wir würden nur auf die faule Haut liegen, sinnlos in Büchern stöbern, der Wirtschaft nichts sinnvolles liefern, und die braven Steuerzahler belasten.

Aber sie haben ja recht. Ich bin auch ein ganz Fauler. Täglich unter der Woche um 6 Uhr früh aufstehen, ab 6:30 lernen, dann 9 Uhr Vorlesung, am ganzen Tag auf der Uni bis 18 Uhr abends, dann bis 22 Uhr Hausaufgaben, lernen, oder Bachelorarbeit schreiben.
Wie kann ich es mir dann bei dieser sozialen Hängematte erlauben, schon nach der Hälfte des Sommersemesters fix und fertig zu sein?
Spätestens wenn ich in 6 Jahren meinen Doktor habe, werden die Gleichen, die mich als Student verunglimpft haben, (so ist das in Österreich …) vor mir buchstäblich einen Kniefall vollziehen. Und verdammt noch einmal, ich werde es bestimmt genießen. ;-)

Veröffentlicht in: on April 15, 2008 at 6:50 Kommentare (1)

Grüner Anti-Antiamerikanismus

Ein bemerkenswerter Artikel ist heute auf der Webseite der “Sueddeutschen” zu bestaunen. Der Gründer des Washingtoner Ortsverbands der Grünen Deutschland, Arne Jungjohann, tritt offen und aktiv gegen Antiamerikanismus ein. Da werden aber einige Grüne daheim schockiert revoltieren.

Die besten Aussagen:

sueddeutsche.de: In Ihrem Gründungsaufruf heißt es auch, Sie wollen “Perspektiven jenseits deutscher Nabelschau“ in die Politik ihrer Partei einbringen, etwa zu Fragen der Globalisierung. Blicken die Grünen bisher zu wenig über den Tellerrand hinaus?

Jungjohann: Ich glaube, dass die Grünen im Vergleich zu anderen Parteien immer noch relativ offen, international orientiert und auch an neuen Ideen interessiert sind. Das kann man aber noch verbessern. Das gilt übrigens auch für das Image der Vereinigten Staaten in Deutschland. Die USA werden oft sehr undifferenziert und verzerrt dargestellt. Es gibt einen latenten Antiamerikanismus.

sueddeutsche.de: Wo hört aus Ihrer Sicht berechtigte Kritik an den USA auf und wo fängt Antiamerikanismus an?

Jungjohann: Kritik ist in vielen Fragen gerechtfertigt, zum Beispiel im Hinblick auf die Außenpolitik von Präsident Bush. Die USA werden aber häufig auf die Rolle eines ignoranten und machthungrigen Hegemon reduziert. Wenn man hier lebt, entdeckt man sehr schnell die Vielfalt und Dynamik im Land. Es gibt hier einfach sehr viele positive und progressive Entwicklungen in der Gesellschaft.



» Auch in Debatten der Grünen klingt manchmal ein latenter Antiamerikanismus an. «

Arne Jungjohann

sueddeutsche.de: Was meinen Sie genau?

Jungjohann: Zum Beispiel sind historisch bedingt die Erwartungen an den Staat in den Vereinigten Staaten geringer als in Deutschland.

Deshalb hat sich eine bemerkenswerte Kultur des “sich Einmischens”, des persönlichen Engagements für die Gemeinschaft und das Allgemeinwohl etabliert. Auch von progressiven Unternehmensphilosophien könnte Deutschland profitieren. So etwas findet aber noch zu wenig Aufmerksamkeit.

Wann wird es so einen Politiker bei den Grünen Österreich geben? Der Grüne Efgani Dönmez scheint auf alle Fälle ein Riesentalent zu sein, indem er unangenehme Dinge anspricht, ohne jedoch zu pauschalisieren und zu fern der Parteilinie zu sein. Ein weltoffener, realistischer und intelligenter Mann, der keine Scheuklappen besitzt. Für Tom Schaffer jedoch schon genug, die Wahlreife der Grünen anzuzweifeln. Völlig unbegründet, wie ich finde. So ein Mann wäre für mich eher ein Grund, bei den Grünen einzutreten.

Veröffentlicht in: on April 12, 2008 at 12:03 Kommentare (2)

Charlton Heston - Der Mann, der Michael Moore entlarvte

Als ich hörte, dass Charlton Heston tot ist, war ich aus zwei Gründen betrübt.

Erstens war ich ein großer Fan seiner Streifen “Ben Hur” und “Die 10 Gebote”. Filme, die man sich immer wieder ansehen kann, weil man ehrfürchtig die jahrzehntelange Arbeit an diesen Filmen spürt. Keine Filmmusik der Filmgeschichte kam bis heute an die pompöse Musik von “Ben Hur” heran.

Zweitens hat Charlton Heston die miesen Charakterzüge eines armseligen Gurus für besonders Verwirrte (Jene, die sich zu bequem sind, Fachliteratur zu lesen und lieber einfache Verschworungstheorien konsumieren …) unabsichtlich entlarvt, als er nämlich die Türe für Michael Moore öffnete. Michael Moore, der im vollen Bewusstsein ob Hestons Alzheimerkrankheit sich nicht davor scheute, die deutlichen Alzheimer-Symptome des alten Herren auszunutzen, tat seine schlimmste Aktion seiner Karriere. Die Lügen und Erfindungen rund um den 11. September waren zwar lustige Hokuspokus-Fantasien, doch das war eine unmenschliche, unwürdige, unmoralische Tat. Ja, Heston war der Präsident der NRA, eine für uns Europäer unverständliche Organisation. Doch derart dreist Heston unterschwellig Mitverantwortung für Massaker und für den Tod eines einzelnen Mädchens zu unterstellen, und dieses Verhalten mit Begeisterungsstürmen in Europa für Moore belohnt wurde, ist eine moralische und intellektuelle Tragödie.
Noch immer können einige nicht wahrhaben, dass in Moores Film Szenen wild herumgeschnipselt und eingefügt wurden. Hestons Aussagen wurden eindeutig aus dem Zusammenhang gerissen und absichtlich verfälscht. Selbst der liberale Kirk Douglas, der sich aktiv gegen Waffen einsetzt, schämte sich für Michael Moore. Er nannte Charlton Heston einen “Gentleman”. Und das war er auch. Wer sich für Martin Luther King einsetzte, Rassismus bekämpfte und für mehr Demokratie eintrat, hat mehr verdient als von Möchtegern-Superjournalisten veräppelt zu werden.

Deshalb: RIP und Sorry, Mr. Heston!

Veröffentlicht in: on April 8, 2008 at 7:11 Kommentare (5)

Der radikalpazifistische Zynismus

Wer kennt es nicht? Irgendwelche Möchtegern-Nahostexperten schwärmen von der Idee des Friedens, bejammern die armen Palästinenser, beschimpfen die lästigen und verbrecherischen Israelis, und wollen Israel vorschreiben, niemals, ja niemals mit Gewalt vorzugehen. Wenn Israel tagelang mit Raketen bombadiert wird - Das muss Israel doch ohne gleich zurückzuschießen akzeptieren können!
Frustrierend ist, dass solche “Meinungen” oft vom meinem (linksliberalen) Spektrum kommen, als “intellektuell” und “schick” gelten, und dazu auch noch indirekt in diversen “Qualitätsmedien” suggeriert werden. Immerhin haben diese Friedensbringer eines geschafft: Israel gehört neben Iran zu den unbeliebtesten Ländern. Na immerhin!

Ein wesentliches Kriterium ihres Irrglaubens ist es, alle Fakten zu ignorieren. Statistiken, wonach 84 % der Palästinenser den fürchterlichen Anschlag in einer israelischen Schule gut heißen, passen nicht ins Weltbild der Palästinenser-Opferthese, ja führt jedes “Verhandlungs”-Geheische in die Absurdität.

Menschen wie etwa Ferrero-Waldner verlangen von Israel mit Menschen zu verhandeln,  die größtenteils terroristische Aktivitäten auf unschuldige Zivilpersonen befürworten. Aber wunderlich ist diese Verrücktheit nicht, leben wir doch in Zeiten, wo etwa ein SPD-Vorsitzender Beck ernsthaft mit den Taliban verhandeln wollte.

Veröffentlicht in: on at 6:53 Kommentare (36)

Die verwirrten “Denker”

Wir leben in einer Welt der Informationsexplosion. Je mehr Informationen es gab, um so schwerer tat sich der Einzelne, mit ihnen umzugehen. Also schuf er Verschwörungstheorien, um sich das langweilige und schwere Nachdenken zu ersparen und sich die Welt so zu erstellen, wie es angenehm erscheint.
Die bekannteste und häufigste Verschwörungstheorie ist jene der individuellen Schuldzuweisung: Schuld sind immer die “Anderen”. Verschwörungstheorien dienen also auch zum Selbstschutz - das eigene Ego, der eigene Verstand darf nicht angekratzt werden, weil das Allgemeinbefinden ohnehin höchst labil ist. Der kleine Mann/die kleine Frau will wenigstens eines behalten: recht. Die eigene Ideologie, das eigene Weltverständnis, ein Sammelsurium aus Erfahrungen ist der einzige Halt mancher labiler Individuen. Ein Schwarz-Weiß-Denken ist die Grundlage ihres Denkens. Bücher wie von Michael Moore verschlingen sie, während sie seriöse Literatur von sich weisen. Alles zu strikt, zu offensichtlich, ihrer eigenen Ideologie widerprechend. Die Fassade ihrer gesponnen Ideologie verteidigen sie mit einem beängstigenden Fundamentalismus, weil diese im Grunde genommen das Einzige ist, was sie noch an Orientierung besitzen .

Gruslig ist, dass diese besonderen “Denker” immer wieder Fürsprecher unter Prominenten finden. Werner Schlager, Ex-Tischtennisweltmeister, will zwar keinen China-Boykott, spielt aber keine Tuniere mehr in den USA, weil er komischen Verschwörungstheorien zum 11. September nachhängt. Das Interview wurde im “Standard” geführt, tosender Applaus dutzender Leser ist nicht überraschend. Mittlerweile haben linke Verschwörungstheorien die rechten schon lange überholt in Zahl und Ernsthaftigkeit überholt.

Weltweit zählt Israel zu den unbeliebtesten Ländern. Völlig logisch, für die verwirrten “Denker”: a) Ist schon für viele die Existenz Israels eine schmerzhafte Chuzpe, und b) wagt Israel es, sich als souveräner Staat nicht von Selbstmordattentätern und Hamas-Raketen zerbomben zu lassen.

Verwirrte “Denker” gab es schon immer. Doch noch nie so zahlreich.

Veröffentlicht in: on April 4, 2008 at 3:14 Kommentare (2)

Die Zug-Revolution

Heute wurde ich Zeuge eines historischen Ereignisses, einer Zug-Revolution. Salzburg hat die Ehre, als ÖBB-Pilotprojektort dienen zu dürfen. So durfte ich glatt ein Abteil genießen, das nicht nur rauchfrei, sondern auch Handy-frei und MP3-frei war, quasi: Das Zugparadies auf Erden.

Im Grunde traurig genug, dass die Gesellschaft selbst im Alltag über kleinliche Regeln stabilisiert werden muss. Liberalismus, und das ist schmerzhaft, ist dann eine Illusion, wenn die Menschen eigentlich Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zeigen müssten. Tragend dafür sind die Phänomene einer gewissen Sorglosigkeit und Ich-Bezogenheit.

Die Handy-Causa: Keiner hat etwas dagegen, dass jemand Telefonate erledigt. Peinlich wird es allerdings, wenn man diese schreiend tätigt, voller Stolz private Details hinausposaunt (”Die letzte Nacht war so schön!”), und man 2 Stunden nichts anderes macht als perverse Klingeltöne zu präsentieren.
Das Handy ist nicht nur Kommunikationsmittel, sondern auch ein Medium für Selbstdarsteller und Wichtigtuer. Der eigentliche vernünftige Zweck wird vernichtet, manche arme Menschen können ihr Selbstwertgefühl nur mehr über das Handy definieren.
Fazit: Solche Art von Telefonierer, die meiner Meinung nach durchaus partiell psychologischer Betreuung bedürften, kann ein normaler Mensch nicht ertragen. Und deshalb ist es gut, dass diese aus einzelnen Abteils verbannt werden.

Die MP3-Causa: Für mich als Pendler das größte Ärgernis. MP3-Player kann man mit Kopfhörer kaufen, nur viele wollen diese offenbar nicht benutzen. Stattdessen muss man allen Zugpassagieren mitteilen, welchen Musikgeschmack man hören will. Lustig ist das nicht, wenn das ganze Abteil mit “Im a barby girl” oder mit DJ Ötzi beschallt wird. Und wenn man dann zufälligerweise 2 Stunden mit der gleichen Person fährt, steigt man traumatisiert und entnervt aus.
Den psychologischen Grund für diese Vorfälle konnte ich noch nicht eurieren, vielleicht liegen die Dinge ähnlich so wie bei den Handy-Terroristen.
Fazit: Auch gegen MP3-DJ’s musste etwas getan werden.

Da nun einmal die Erfahrung zeigt, dass die angesprochenen Personen oftmals nicht zur Konversation fähig oder bereit waren, kurzum, sich als beratungsresistent darstellten, ist es nur völlig richtig, seitens der ÖBB keine Gnade mehr gegenüber unverbesserlichen Medienexibitionisten zu zeigen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Danke, danke, danke, ÖBB!!!

Veröffentlicht in: on März 27, 2008 at 6:24 Kommentare (12)

Die ungläubigen Juden

Ohne großen medialen Aufruhr hat die römisch-katholische Kirche durch Anleitung des Papstes die zentrale Karfreitagsfürbitte geändert. Nun lautet sie folgendermaßen:

“Lasst uns auch beten für die Juden, auf dass Gott unser Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Retter aller Menschen erkennen.”

Na das ist diese typische Bescheidenheit des christlichen Glaubens, die ich so sehr schätze. Mit totaler Demut werden die Juden freundlicherweise darauf hingewiesen, dass sie nach 2000 Jahren noch immer so dumm sind, nicht zuzugeben, dass Jesus Christus der Retter aller Menschen ist.

Na wenigstens wird man wieder daran erinnert, woher der Antisemitismus eigentlich kam.

Veröffentlicht in: on März 21, 2008 at 10:47 Kommentare (6)

Aber, aber, wir sind doch neutral!?! - Ein frustiger Beitrag

Ein abgetrennter Finger des entführten Österreichers im Irak, ein durchdrehender Terroristenfreund im ersten Islamistenprozess der österreichischen Rechtsgeschichte, 2 entführte Österreicher irgendwo in Mali: Fassungslos zeigt sich die österreichische Öffentlichkeit. Fassunglosigkeit entsteht aber durch die Fassungslosigkeit selbst. Österreich lebt noch immer in einer selbstgebastelten Friede-Freude-Eierkuchen-Fantasiewelt, in der Milch und Honig fließt. Und das tut so unerträglich weh.
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Veröffentlicht in: on März 15, 2008 at 9:06 Kommentare (2)

Spezial-Beitrag: Wir sind Opfer! - Alles beim Alten!

70 Jahre ist es also her, dass Österreich Teil des “Deutschen Reiches” unter Nazideutschland wurde. Wenn man Geschichte studiert, ein bisserl in der Geschichtsstunde in der Schule aufgepasst hat, wenn man Zeitung liest oder das Medium Internet sinnvoll nutzt, fragt mich sich schon: Wozu denn noch diskutieren? Gewiss: Das Thema gehört alleine nur deswegen diskutiert, eine Erinnerungskultur zu etablieren. Doch in der österreichischen Diskussion geht es nicht darum, geschichtlicher Verantwortung nachkommen. Die Frage dreht sich stets nur um die Opferthese. Man ist also noch immer geistig im Kriegsende 1945 steckengeblieben. Das ist armselig, ja intellektuell eine Beleidigung, aber typisch österreichisch.
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Veröffentlicht in: on März 11, 2008 at 12:51 Kommentare (3)