ORF-Müll

Groß wurde der erste Schritt der großen ORF-Reform angekündigt, und ich tat es mir wirklich gestern an: Von Mitten im Achten oder wie dieser Schrott heißt, bis zur neuen “Zeit im Bild” um 19:30. Eines hat der ORF auf alle Fälle geschafft: Man ist dem Schrottsender RTL näher denn je. In Zukunft hat man im ORF vor dem Hauptabend 2 Möglichkeiten:

Entweder man zieht sich eine unlustige, primitive und asozial wirkende Gemeindebau-Soap in ORF 1 rein, oder man kann in ORF 2 sehen, wie sinnlos man über das Weltgeschehen und das nationale Geschehen überhaupt berichten kann. Nach den ersten Minuten der schrecklichen herumschreienden Proleten in dieser scheußlichen Sendung, schaltete ich zur ZIB um, und ich kann mich gar nicht entscheiden, was schrecklicher für Geist und Seele war.

Die ZIB verfügt nun über ein grauenhaft neues Studio, und man bekommt beim Sehen Angst, ob man nicht an einer Augenkrankheit leidet, weil der Hintergrund in komisch wirkenden Streifen geteilt ist. Es gibt wieder eine Doppelmoderation, wobei die Moderation dabei steht. Das dazugehörige Pult passt nicht zum Hindergrund. Die Moderatoren bringen kaum einen richtigen Satz zusammen. Immer wieder Versprecher und Verstolperer. Und nun sind die News, besonders diejenigen aus dem Ausland, nur noch schneller verarbeitet. Gerald Gross versuchte zwar, per digitaler Leinwand einige Hintergrundinformationen über die Eurofighteraffäre zu liefern, dennoch ist das einfach zu wenig für eine angebliche Qualitätssendung.

Der ORF wird bei mir also weiterhin nicht als Informationsquelle verwendet werden. Meine Standardinformationssender werden weiterhin “Phoenix” und “BBC” heißen.

Das sind Sender, die den öffentlichen Bildungsauftrag wahrnehmen.

Was aber dieses “Mitten im Achten” oder die “ZIB” mit ihrer Berichterstattung für Minderbemittelte mit Qualität zu tun haben soll, frage ich mich schon.

von Liberal in Austria 

Veröffentlicht in: on April 11, 2007 at 1:43

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12 Kommentare Leave a comment.

  1. On April 11, 2007 at 8:09 migueldecervantes Said:

    Eigentlich war ich ja der Meinung, dass man sich das “neue” Programm eine Zeit lang ansehen sollte, bevor man ein Urteil fällt.

    Heute kam aber… ähmmm… “Tokio Hotel” in einem ZIB Beitrag. Das ist nicht nur ungustiös, sondern schlichtweg ein Witz. Jedoch einer von jener Sorte, über die man nur mit einem sehr hohem Promillewert lachen kann.

    Wenig bis keine Information, dafür Infotainment bis zum bitteren Ende. Ich hätte kein Problem damit, ein solches Programm bei einem Privaten zu finden. Doch der ORF unterscheidet sich von privaten Sendern in vielen Fällen nur noch dadurch, dass er auch durch Gebühren finanziert wird. Beim Programm verschwinden jedoch die Unterschiede zunehmend.

    saludos, Mig

  2. On April 11, 2007 at 8:31 udos Said:

    Ich setze meine Hoffnungen ja eher auf “Im Zentrum” und “Extrazimmer”. Und “Mitten im 8en” ist jetzt wirklich nicht so schlecht. Das sind übrigens genau die Argumente, die man fürher gegen “Ein echter Wiener geht nicht unter” ins Feld geführt hat, und schau dir mal an, welchen Status diese Serie heute hat. ;)

  3. On April 11, 2007 at 8:45 liberalinaustria Said:

    Heute kam aber… ähmmm… “Tokio Hotel” in einem ZIB Beitrag. Das ist nicht nur ungustiös, sondern schlichtweg ein Witz. Jedoch einer von jener Sorte, über die man nur mit einem sehr hohem Promillewert lachen kann.

    Was? Nicht dein ernst? Die bringen Tokio Hotel in der ZIB? Sind die nun von allen guten Geistern verlassen?

  4. On April 11, 2007 at 8:47 liberalinaustria Said:

    Ich setze meine Hoffnungen ja eher auf “Im Zentrum” und “Extrazimmer”. Und “Mitten im 8en” ist jetzt wirklich nicht so schlecht. Das sind übrigens genau die Argumente, die man fürher gegen “Ein echter Wiener geht nicht unter” ins Feld geführt hat, und schau dir mal an, welchen Status diese Serie heute hat.

    Extrazimmer werde ich mir heute noch antun.

    Mitten im Achten sicherlich nicht. Der Unterschied zwischen Mundl und Mitten im Achten besteht darin, dass Mundl eine echte Milieustudie war und das dort wirklich gute Schauspieler mitmachten, und alles wirklich echt wirkte, so skurril es auch wirkte.

  5. On April 11, 2007 at 8:52 udos Said:

    Naja…beim Mundl gab es auch viele durchschnittliche Folgen und Mitten im 8en ist ja erst zwei Folgen alt, vielleicht wird ja noch besser. Aufs Extrazimmer bin ich auch gespannt. ;)

  6. On April 11, 2007 at 11:46 migueldecervantes Said:

    @ liberalinaustria: Doch, dies ist mein Ernst. Wird sogar bei den Headlines angekündigt; O-Ton: “Teenie Stars in Wien. Tokio Hotel gastieren in der Stadthalle.”

    Kommt gleich nach dem Anschlag in Algier und einer Eurofighter-Darabos Meldung. Was soll man dazu noch sagen?

    “Mitten im 8ten” find ich nicht so schlimm… im Vorabendprogramm kann ruhig Entertainment stattfinden… aber ansonsten geht deine Kritik im Posting schon in Ordnung

  7. On April 12, 2007 at 1:16 udos Said:

    Also “Extrazimmer” fand ich großartig. :-D

  8. On April 12, 2007 at 6:33 f00 Said:

    Was erwarten sie? Beim Produzieren von Serien war der ORF noch nie gut (ein Bekannter meinte, “Mitten im 12.” oder “Mitten im 21.” waere ein besserer Titel), und die Doppelmoderation… nun ja, mit Gerald Gross und Ingrid Thurnher sind da zwei traditionelle “Einzelkaempfer” am Start, die es nicht mehr gewohnt sind, doppelzumoderieren. Tokio Hotel am Ende der ZIB hat mich ebenfalls gestoert, dafuer fand ich den zusaetzlichen “Analyse”-Part nicht schlecht gemacht und durchaus innovativ. Ich wuerde mir aber nicht das Maul zerreissen, wenn die Programmreform grad den 2. Tag laeuft, und eine mittel- bis langfristige Entwicklung noch nicht abzusehen ist. Sie haetten bei ihren vorschnellen Urteilen wohl auch (Qualitaet hin oder her) “Wetten dass” nach der zweiten Folge abgesetzt…

  9. On April 12, 2007 at 8:55 Andreas Lindinger (LAN) Said:

    @udos: MiA ist zwar erst zwei folgen alt, aber gerade von der ersten folge, die interesse wecken/halten soll, hätte ich mir mehr erwartet.

    @migueldecervantes: der tokio hotel beitrag in der ZIB überrascht mich nicht, da die ZIB laut eigendefinition sich schon länger “inhaltlich am breiten spektrum einer boulevardzeitung orientiert” (broukal (damals noch zib-anchorman), 2002). mittelfristig ist jedoch zu befürchten dass solche entertainment-beiträge in der ZIB die kultur-beiträge ablösen, nachdem es ja nun auch keine eigene kultur-moderatorin mehr gibt.

    @liberalinaustria: mein kommentar geht in vielen bereichen in die gleiche richtung wie deiner: http://www.andreaslindinger.net/blog/?p=32

  10. On April 12, 2007 at 11:04 Tom Schaffer Said:

    ich werd mit meinem urteil noch ein paar tage warten - hab noch nicht allzu viel sehen können. von mitten im achten erwarte ich nichts, was solls - kann nicht alles für mich gemacht werden. abgesehen vom zib design fand ich die themenauswahl der gestrigen zib 24 aber nicht so schlecht:
    -algerien
    -eurofighter
    -somalia
    -tokio hotel (ok, urghs)
    -re:publica
    -kurzemeldungen (da stört mich, dass der aktienbalken viel zu auffällig ist und wie AON-Werbung aussieht)

    die orf.music.night, seinfeld-im-originalton (warum nicht mehr serien?), die 4 da und die themenschwerpunkte sind aber mal definitiv positive errungenschaften der wrabetz-ära. ich werds abwarten, wie es mit den informationssendungen und der neuen donnerstag nacht aussieht - wunder hab ich mir nie erwartet, leichte verbesserungen wären schon gut.

  11. On Dezember 4, 2007 at 12:24 Zitrone des Tages: ORF Chef Alexander Wrabetz | Österreicher Blog Said:

    [...] aus der österreichischen Blogosphäre zur ORF-Reform: LiberalinAustria smime.at [...]

  12. On März 16, 2008 at 5:13 ORF Chef Alexander Wrabetz - ORF-Reform : Österreich News Said:

    [...] aus der österreichischen Blogosphäre zur ORF-Reform: LiberalinAustria smime.at [...]

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