Die ewige Judennase
Da können die Brüste noch so rund und schön, die Figur noch so fantastisch sein: Wenn die Gehirnfunktionen völlig außer Betrieb sind, nützt alles nichts. Halle Berry, Schauspielerin, zeigte in der Jay Leno-Show verzerrte Fotos her. Bei einem Foto mit einer großen Nase hielt sie inne und meinte: “„Und hier sehe ich aus wie meine jüdische Cousine.“
Selbstverständlich ist das nun ein großer Skandal in den USA - Nur in Österreich wollen es einige”Krone”-Fans nicht verstehen, was so schlimm am Hinweis auf die ewige Judennase sein soll. Im frischen “Krone-Forum” geben uns einige Herrschaften Kostproben ihres Denkens. !!!Achtung! Ich warne eindrücklich vor dem Lesen der folgenden Passagen. Es könnte zum Selbstmord animieren!!!
Fürst 1987 meint etwa:
“Ich habe eine Idee. Wenn ich in die USA auswandern will, werde ich statt eine Green Card zu beantragen, einfach nur “ICH BIN JUDE, ICH BIN JUDE” schreien. Dann bekomme ich alles was ich will, villeicht sogar den Posten als US Präsident oder zumindest Vize Präsident! Wer weiß?”
DC Maus hat die Lösung: Die Amis sind einfach nur deppert. DC Maus hält sich hingegen für enen “Krone”-Einstein.
“Das ist einfach nur blöd, und führt die primitive Art der Amis sehr deutlich vor Augen. Was soll denn diese völlig unnötige Lobhudelei, die Arschkriecherei vor Menschen jüdischer Abstammung? Die haben eben nun mal eine markante Nase, ganz genau so wie Griechen. Dass das nur ein witziger Kommentar zu ihrem Bild war ist doch sonnenklar. Hätte sie zufällig gesagt “wie meine griechische Cousine” hätten alle gelacht, und alles wäre in bester Ordnung gewesen.
Die sind einfach nur doof, die Amis ….”
himmelszelt1000 erhebt die Juden zu Göttern:
“Gnade dir Gott, du verwendest das Wort “jüdisch” ironisch - denn die Juden in den USA sind keine normalen Menschen, sondern Götter.”<
Fragt sich nur, wer hier nicht ganz normal ist.
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Herr Relator
Ironischerweise muss man beim “judentypischen” Erbbild differenzieren zwischen den jahrhundertealten rassistischen Abbildungen, und zwischen dem, was mittlerweile durch die Wissenschaft gesichert ist: ja, wir Juden haben tatsächlich genetisch für uns besonders typische Merkmale. “Jewish Genetics” ist ein eigener Forschungszweig der Humangenetik, und wird z.B. am ehrwürdigen Mount Sinai Hospital in New York erforscht. Und ironischerweise ist eines der Forschungsergebnisse dieser Disziplin, dass wir Juden uns in genetisch relativ enger Verwandtschaft zu Armeniern, Arabern, den Turkvölkern und den Griechen und Mazedoniern befinden, die ihren Ursprung vor ca. 3000 bis 5000 Jahren hat. Insofern ist aus meiner Sicht garnicht so absurd, wenn es auch gewisse äußerliche Ähnlichkeiten, ein “südländisches” Aussehen, wie man so gerne sagt, gibt. Dass hier allerdings wieder einmal rassistische, antijüdische Vorurteile bedient werden, ist natürlich unverzeilich. Aber am Grunde dieses Vorurteils liegen doch gewisse wissenschaftliche Wahrheiten, wie z.B. für uns Juden genotypische Merkmale.
Warum soll man hier über eine Selbstverständlichkeit von verwandtschaftlichen Gemeinsamkeiten einer religiösen und ethnischen Gruppierung diskutieren?
In den “Krone-Foren” geht es nicht um Genetik, sondern um ein einzelnes altes antisemitisches Vorurteil, das absolut geschmacklos ist und den Intelligenzquotienten einiger Individuen, die die “Krone” konsumieren, wieder einmal deutlich offenbart.
Wer über “Judennasen” ernsthaft diskutiert, hat nicht alle Tassen im Schrank und sollte sich behandeln lassen.
“ja, wir Juden haben tatsächlich genetisch für uns besonders typische Merkmale.”
Diese Aussage halte ich für problematisch, genauso wie das ganze Gerede von Ethnien und Co, das letztendlich doch nur die politisch korrekte Variante der alten Rassentheorien darstellt.
Ganz plakativ gefragt, wo sind den die großen Gemeinsamkeiten zwischen Ashenazim, äthiopischen JüdInnen und Sefardim? Wohl ihr Glaube bzw. ihr Zugehörigkeitsgefühl zum Judentum. Kaum aber die gleiche Gesichtspartie oder ähnliche biologische Merkmale. Selbiges gilt natürlich auch für die Ashkenazim untereinder.
Mit biologistischen Aussagen bewegt man sich leicht auf Glatteis. Am Besten gleich sein lassen.
Herr Relator,
Ich glaube, sie haben nicht ganz verstanden, was ich meine: die antijüdischen Vorurteile der “Judennase”, kommen ja nicht von irgendwo her, sondern sind durchaus prävalent bei einem vergleichsweise großen Anteil der jüdischen Bevölkerung zu finden - vgl. das sogenannte “Bloom-Syndrom”, bei dem das “Vorurteil” der Hakennase sehr deutlich ausgeprägt ist, und das unter uns Juden relativ häufig zu finden ist. Natürlich ist die Nase als alleiniges und ausschließliches genotypisches Merkmal ziemlich plump, aber durchaus spezifisch. Dass die Kommentatoren in der “Krone” natürlich antijüdisch motiviert schreiben, ist natürlich zu beachten, aber nur aufgrund der antijüdischen Motivation ist nicht alles, was aus der Richtung kommt, automatisch “falsch”.
Shalom, Shlomo
Herr “oh yeah”,
Die “jüdische Genetik” hatte ich schon einmal erwähnt. Zu genetischen Gemeinsamkeiten zwischen Ashkenazim, Sefardim und äthiopischen Juden gibt es aus der Richtung sehr konkrete Aussagen zur väterlichen Abstammungslinie, da in allen drei Gruppen genetische Merkmale z.B. im Y-Chromosom zu finden sind, die sich sonst weltweit nirgendwo anders nachweisen ließen (Ausnahme: zwangschristianisierte Sephardim, die nach Mittelamerika ausgewandert sind). Begründet wird dies von den Forschern u.a. damit, weil wir Juden zwar fast 2000 Jahre in der Diaspora lebten (und immer noch leben), aber trotzdem relativ unter uns blieben (es wird von einer “Vermischung” mit der nicht-jüdischen Bevölkerung < 0,5 % pro Generation ausgegangen). Aufgrund der Singularität dieses Umstandes sind die Gene von jüdischen Gruppen auf der ganzen Welt ausgesprochen gut untersucht.
Im übrigen sträube ich mich dagegen, eine ernsthafte Betrachung der jüdischen Genetik abzulehnen (wie sie es in ihrem letzten Satz andeuten): nur die jüdische Genetik kann dazu beitragen, “typisch jüdische” physische Merkmale zu entmystifizieren, und alten Vorurteilen durch wissenschaftliche Erkenntnisse die Grundlage zu entziehen. Wer diesen wissenschaftlichen Fortschritt anzweifelt oder leugnet, trägt im Grunde genommen nur dazu bei, dass sich antijüdische Vorurteile noch länger halten können.
Shalom, Shlomo
“Wer diesen wissenschaftlichen Fortschritt anzweifelt oder leugnet, trägt im Grunde genommen nur dazu bei, dass sich antijüdische Vorurteile noch länger halten können.”
Den Zusammenhang müssen sie mir jetzt aber erklären. Wenn ich durch pseudowissenschaftliche Rassenforschung rausfinde, dass Juden also doch eine krumme Nase haben, dann schaffe ich die “Judennase” als antisemitisches Stereotyp aus der Welt? Seltsamer Zusammenhang…
layla tov, oh yeah
Herr “oh yeah”,
Was ist an jüdischer Genetik pseudowissenschaftlich?
Shalom, Shlomo
es gibt keine jüdische genetik.juden können aus südkalifornien oder aus israel genauso stammen wie aus deutschland. das judentum ist eine religion, keine rasse.
Herr Tom Schaffer,
Mit ihrer Behauptung fallen sie einem Irrglauben zum Opfer, der aus einer politischen Korrektheit entstanden ist, die meinte, sich völlig konträr zu nationalsozialistischen Rassentheorie stellen zu müssen, und jegliche Existenz eines Volkes oder einer Ethnie des Judentum leugnen zu müssen. Aber ich werde doch die Geschichte meines eigenen Volkes kennen, oder? Das Judentum ist mehr als nur eine Religion, sondern Ethnie, Kultur und Religion in einem. Das Volk Israel war 2000 Jahre praktisch immer isoliert, praktisch immer eine Gruppe von Verfolgten. Mein Volk hat niemals versucht, andere Völker im großen Maßstab zur eigenen Kultur und Religion zu bekehren, das hatten wir nie nötig. Uns reichte es, unter uns zu leben und unseren Glauben und unsere Kultur frei leben zu dürfen. Und diese, auch meine Geschichte wollen sie mit ein paar Worten einfach verleugnen? Eine Schande ist das…
Aber erlauben sie mir eine, nein, zwei Fragen, Herr Schaffer: wenn es keine jüdische Genetik gibt, warum gibt es dann am Mount Sinai Hospital in New York eine eigene Abteilung für “Jewish Genetic Diseases”, die Erbkrankheiten erforscht, die vermehrt bzw. quasi ausschließlich bei (nicht konvertierten) Juden auftreten? Warum gibt es wissenschaftliche Artikel, die eine genetische Verwandschaft quasi aller Kohanim, die es weltweit gibt, über das Y-Chromosom nachweisen konnten (an dieser Erforschung war u.a. das lsrael Institute of Technology in Haifa beteiligt, es handelt sich also um keine rassistisch motivierte Pseudoforschung)?
Shalom, Shlomo
a. du musst mich nicht siezen, ich finde das in einem blog irgendwie unhöflich
b. es gibt vielleicht einen gewissen volksstamm aus einer gewissen region, den du hier als jüdisch bezeichnest. (welcher auch immer das sein soll, wenn man etwa bedenkt aus wie vielen unterschiedlichen regionen zum beispiel juden nach israel einwanderten). den kann man aber auf jeden fall nicht mit dem judentum gleichsetzen, das rund um die welt aufscheint und nicht an eine ethnie gebunden ist. die genetischen abweichungen einer solchen eventuellen ethnie dürften allerdings kleinstens sein, denn selbst bei den (augenscheinlich) unterschiedlichsten menschen weicht die DNS kaum voneinander ab. dass eine besondere hakennase damit verbunden sein soll, erscheint mir sehr unwahrscheinlich. aber vielleicht kannst du ja eine glaubwürdige quelle verlinken oder nennen?
Ich lasse mir von ihnen nicht die Geschichte und Abstammung meines Volkes erklären, noch dazu scheitern sie darin grandios. Dass sie meine ethnische Zugehörigkeit zu verleugnen versuchen, noch dazu mit plumpen Allgemeinaussagen wie “die DNA aller Menschen weichen kaum voneinander ab”, und dabei nicht im geringsten auf meine Hinweise auf bisherige Forschungsergebnisse eingehen. Ich interpretieren ihre Bemerkungen so, dass sie versuchen, mit ihrer Reduzierung des Judentums auf eine Minderheiten-Religion das großartige Volk Israel zu marginalisieren. Vor ihnen muss ich mich nicht mit glaubwürdigen Quellen rechtfertigen, die Schlagwörter habe ich ihnen geliefert, jetzt ist es ihre Aufgabe, zu recherchieren, und wenn sie die Fakten sehen wollen, dann werden sie sie sehen, wenn sie die Fakten nicht sehen wollen, dann wird weder eine Recherche ihrerseits noch eine seriöse Quelle meinerseits Änderung bringen. Und ich werde sie solange nicht duzen, solange sie meine Abstimmung zu etwas kleinem, unbedeutenden, etwas, dem man sich nach Belieben Zu- und Abwenden kann, wie es einem gefällt. Wir Juden wissen um unsere Abstammung, die wir uns nicht von ein paar dahergelaufenen Goyim schlechtreden lassen.
Shalom, Shlomo
Der Shlomo hier ist entweder ein antisemitischer Fake oder ein jüdischer Rassist, denn solche gibt es ja auch.
was bistn du für einer? ich hab lediglich meinen wissensstand dargelegt und um einen link gebeten. das großartige volk israel geht mir wie alle völker am arsch vorbei. es spielt für mich nämlich grundsätzlich ohnehin keine rolle, woher ein mensch kommt.
und zu deiner empörung ob der geringen abweichung: Daher spricht man, beispielsweise in der anthropologischen Forschung, statt von menschlichen Rassen von „typologischen Kategorien“, wonach die Menschheit sich in verschiedene Phänotypen gliedere. Genetisch gesehen gleichen sich hingegen alle Menschen mindestens zu 75%. Die Variablilität bezieht sich also auf die Allelverteilung des höchstens 25% ausmachenden Teils variabler Gene[10]. Die Variablität der Allelverteilung, die für die Phänotpypen verantwortlich ist, beträgt demgegenüber nur 0,1 Prozent des Genoms (Quelle)
das schöne am internet ist nämlich, dass man einfach links posten kann, ohne dem gegenüber empört ins gesicht fahren zu müssen.
aja, und du brauchst dann auch nicht mehr in jedem post betonen, dass du jüdischer abstammung bist. wir habens eh schon alle kapiert und es spielt keine rolle.
wir setzen fort: das center am mount sinai untersucht nur die genetischen krankheiten “deutscher juden” (”ashkenazi jews”). Die englische wikipdie erklärt uns dazu, dass dieser phänotyp zwar über die letzten 1000 jahre durch eine extrem isolierte fortpflanzungspraxis entstanden ist, dass er aber insbesondere im zwanzigsten jahrhundert durch eine liberalisierung der heirats- und fortpflanzungspraxis und vermehrte konvertiten zum judentum innerhalb dieser gemeinde nicht mehr trennscharf feststellbar ist.
ich bin jetzt kein großer experte auf dem gebiet, aber wenn du menschen aufgrund von einer potentiellen(!) varibilität von 0,1% ihres erbgutes in “großartige völker” unterteilen willst, dann erscheint mir das seltsam. und eine spezielle nase hat man deswegen auch nicht. machs von mir aus, aber krieg dich wieder ein, wenn andere dem nicht soviel bedeutung beimessen wie du.
Neuer Versuch: Es gibt auch jüdische Rassisten, falls denn der Herr Shlomo (!) einer ist.
Herkunftsidealisierung ist in meinen Augen nicht besser als rassistisch orientierte Abgrenzungen.
Also ich finde dass diese Theorie der Rassenlehre auf der ganzen Basic der Nationalsozialisten zurückzuführen ist. Es gibt in jeder Kultur bestimmte Merkmale der Abstammung oder Herkunft der jenigen Menschen. Ich als Deutscher habe auch eine leichte Hakennase und bin kein Jude. Aber warum würd eigendlich nur bei den Tieren bzw. bei den Hunden von reinrassig gesprochen? gibt es überhaupt eine spiezifische Rasse einer reinen Linie? oder sind das alles Hirngespenste. Über mich weiß ich halt so viel, dass ich 5 Generationen zurück blicken kann, die eine reine linie “deutsch” nachweißen können. Aber was war davor? Und wie es bei den Juden? Ob deutsche oder Juden, es gibt solche und solche.