Der totale Rückzug
Einleitend sei festgestellt, dass mir dieser Schritt alles andere als leicht fällt.
Meine Zeit als aktiver Blogger war besonders eines: lehrreich. Lehrreich auch in dem Sinne, dass ich glaube, verstanden zu haben, dass es um die Diskussionskultur auch im gesellschaftspolitisch interessierten Kreis des österreichischen WWW nicht allzu weit her ist. Dies bedingt mein größtes Bedauern; allerdings packe ich mich zuallererst an der eigenen Nase und stelle fest, dass ich sicherlich meines dazu beitrug, dass manche Diskussion in die falsche Bahn gelenkt wurde.
Warum ich meine Blog-Tätigkeit niederlege, hat jedoch nicht nur damit zu tun, dass die Diskussionen, die meine Beiträge auslösten, oft nicht den erwarteten oder gewünschten Lauf nahmen. Vielmehr ist es primär der Zeitfaktor, der mich, im Zusammenhang mit der zunehmenden Motivationslosigkeit, dazu bringt, abzutreten. Studium und Zivildienst nehmen zusammen so viel Zeit in Anspruch, dass ich mich nicht mehr im Stande sehe, meinen eigenen Qualitätsstandards zu entsprechen. Die abnehmende Häufung meiner Beiträge in den letzten Wochen hat gezeigt, dass mein Zeitmanagement ungenügend ist. Deshalb ziehe ich diese logische Konsequenz.
Ich möchte mich herzlich bei unseren treuen Leserinnen und Lesern betrachten, die sich ernsthaft über meine Beiträge Gedanken machten und vielleicht sogar versuchten, eine konstruktive Diskussion einzuleiten. Ich möchte mich außerdem ganz herzlich bei meinem früheren Blog-Kollegen Tom und auch bei meinem bisherigen Schreib-Kumpano Philip bedanken. Ohne melancholisch zu werden, darf ich abschließend nüchtern feststellen: Trotz gelegentlicher Widrigkeiten war es eine schöne Zeit.
Ciao,
Philipp
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Das ist wirklich sehr schade. Danke für deine Arbeit. Weitere Worte stehen im letzten Blogbeitrag.
Nur so aus Interesse… du schreibst:
Wie gehen sich allein schon Zivildienst und Studium gemeinsam zeitlich aus? Zivildienst sollte ja (zumindest in der Theorie) genausoviel Zeit und Energie wie der GWD in Anspruch nehmen, und da hab ich schon ein paar scheitern gesehen, die gemeint haben, ihren GWD mit ihrem Studium parallel zu machen, und daran gescheitert sind (und 1 Semester Studiengebühren aus dem Fenster geschmissen haben).
noch viel spaß im studium, man wird sich ja bestimmt trotzdem wieder irgendwo lesen und streiten
Öh, wieder genesen?
geht so - kann wieder sitzen, aber nicht allzu lange am stück
Klingt ja grausam.
was ich nicht ganz verstehe:
vor 25 jahren hab ich mich entschieden, trotz aller skepsis, den wehrdienst zu machen und nicht zivildienst, wegen dem argument mit dem recht zur selbstverteidigung. da war ich ehrlicher zu mir als der herr darabos. ok, wenn ich all die sinnlosogkeiten die ich dann beim heer erlebt habe vorher gewusst hätte, wär das vielleicht trotzdem anders gewesen, aber es geht um prinzipelles.
nun hab ich die letzten beiträge nocheinmal gelesen. selbstverteidigung des westens. krieg gegen den islamismus. einigkeit der USA gegen hemmungen der EU.
was bewegt dich eigentlich, zivildienst zu machen?
weil krieger - so wie in den USA - nur aus der unterschicht kommen? weil ein studium einem so viel abverlangt, dass man eh schon genug für die welt geleistet hat?