Gusenbauers großartigste Leistung

Gusenbauer unbeliebter als Schüssel - Das muss man einmal zusammenbringen!

Wie recht doch der “Kurier”-Journalist hat: Letztlich muss man schon eindeutig bekunden, dass Gusenbauer hoffnungslos überfordert und für das Amt des Bundeskanzlers nicht geeignet ist. Es ist erstaunlich, wie wenig er einen politischen Instinkt zur Verfügung hat. Wie ein unbedarftes Kind tappt er in jedes Fettnäpfchen.

Die einzige Rettung für die SPÖ wäre, ihren eigenen Kanzler endlich ernsthaft zu hinterfragen. Rechtzeitig.

Veröffentlicht in: on Januar 29, 2008 at 8:05 Kommentare (3)

Vom Ende des Landlebens für einen “Homo urbanus”

Die letzten Tage meines Landlebens sind angebrochen. Es ist an der Zeit, dem Landleben “Aufwiedersehen!” zu sagen.
Der ewige Streit, ob nun ein Stadt- oder ein Landleben besser sei, ist ermüdend. Es hängt immer vom Individuum ab, welches Leben man bevorzugt.

Wenn man allerdings als ein “Homo urbanus” mitten in der ländlichen Provinz geboren wird, wird es irgendwann schwierig. Denn der “Homo urbanus” entwickelt im Laufe seines Lebens immer mehr - entstehend aus seinen Erfahrungen und erlebten Prozessen - Bedürfnisse, die das Landleben auf gewisse Weise unerträglich machen. Da kann das Leben auf dem Lande noch so “schön” sein, noch so “gesund”, “grün” sein. Da können dir die Eltern noch so ein wunderbares Leben ermöglichen: Wenn der Geist des Homo urbanus in dir ist, dann willst du einfach nur weg.

Der “Homo urbanus” ist wie ein innerer Schweinehund, der dich innerlich angesichts der Ärgernisse und Provinzialität auf dem Lande dazu anspornt, so bald wie möglich in die Stadt zu ziehen. Entweder man hat ihn, oder man hat ihn nicht.
Ich habe zum Beispiel schon mit 12, 13 Jahren gemerkt, dass ich ein Stadtmensch bin. Ich liebe die Anonymität, den besonderen Flair, den eine Stadt erzeugt, die Wuseligkeit, historische Bauten - und vor allem ein unendliches kulturelles Angebot. Ich liebe die Vielfalt der Menschen, bunt, verrückt, und völlig anders als jene Menschen auf dem Lande.
Als sich mein Heimatort zur “Stadt” erhob, wurde mein Eindruck vertieft - Ein Ort ohne Kino, ohne regelmäßiges und modernes kulturelles Angebot, Schwimmbad, und ohne ein Nachtleben  musste unbedingt offiziell mit ein paar tausend Einwohner eine Stadt werden. Diese Scheinheiligkeit hat meinen “Homo urbanus” sehr verstärkt.

Die Erfahrung mit Gleichaltrigen haben mich betrübt. Der Alkoholkonsum, die kulturelle Lustlosigkeit, die Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit der Mitjugend war für mich immer schon frustrierend. Nicht, dass die jungen Stadtmenschen völlige Engeln wären. Doch während meiner bisherigen Studentenzeit in der Stadt habe ich unzählige neue Menschen kennengelernt, die mir absolut gleich gesinnt sind. Sowas ist mir am Lande nun einmal nicht passiert.
“Homo urbanus” zieht sich nun einmal magisch an.

Veröffentlicht in: on Januar 28, 2008 at 9:02 Kommentare (0)

Anmeldungsstress

Nur noch 3 1/5 Stunden, dann geht es los, der Anmeldungsstress. Dann werden die Vorlesungen fürs nächste Semester online zur Anmeldung freigeschaltet.
Konkret geht es vor allem und die Seminare, die nur auf 18 Leute begrenzt sind. Daher: Brav warten bis Mitternacht, und dann erbarmungslos mit dem schnellen Computer zuschlagen.

Das ist halt gemütliche Universitätsidylle in Österreich! ;-)

Veröffentlicht in: on Januar 27, 2008 at 9:36 Kommentare (3)

Dieter Bohlens Sozialstudien: Was man aus DSDS lernen kann

Die Castingshow “Deutschland sucht den Superstar” ist nicht gerade meine Lieblingsfernsehsendung.
Will man aber die negativen Entwicklungen unserer Gesellschaft studieren, muss man dem Bösen in die Augen schauen. Und in der Tat: Man kann einiges daraus lernen. Lassen wir einmal den Aspekt, dass viele den Dreck nicht wegen möglicher Sozialstudien anschauen, sondern, sich am Versagen anderer zu laben.
Der Hauptirrtum ist es, die Sendung als “Untergang des Abendlands” zu bezeichnen. Eine unliberale Haltung unserer Gesellschaft ist es, in diesen Dingen jede Selbstverantwortung zu bestreiten. Den menschenverachtenden Dreck gibt es nur, weil es genügend Nachfrage gibt. Weder Bohlen, noch RTL tragen die Hauptschuld, sondern Millionen von Menschen, die derartige Sendungen lieben. Da die Medien ihre Leser nicht vergraulen wollen, spricht man aber nie von Selbstverantwortung der Menschen, sondern nur über die Verantwortungslosigkeit von Bohlen.

Kommen wir zum wichtigsten Punkt meiner Erkenntisse:
Am verrücktesten sind nicht jene Knallköpfe, die bei den Castings den Kasperl ganz bewusst machen, denn die wissen, das sie verrückt sind, sondern jene Individuen, die vor Selbstüberschätzung nur so triefen. Selbstüberschätzung - zu meinen, man sei in irgendetwas überragend, obwohl man eigentlich nichts kann.

Genau in jener Sendung, die ich mir wahrlich angetan habe, kam ein junger Bursch, der unfassbar schlecht sang, keinen Ton traf und schrecklich danebenlag, als würde eine Kreis(ch)-säge einen alten Baum fällen. Die Kritik der Jury war vernichtend, doch der gleiche Bursch konnte das nicht glauben. Er sei ein hervorragender Sänger, treffe alle Töne und die Jury habe keine Ahnung. Daraufhin holte er sich auch noch seine liebe Mama und die “Gesangslehrerin” als Beistand. Die Mutter konnte es nicht glauben. Ihr Bub könne sehr wohl singen, und treffe jeden Ton. Die Gesangslehrerin, die von sich behauptet, professionell zu arbeiten, fühlte sich offenslich beleidigt und verteidigte ihren Schützling emotional.
Der Streit endete damit, dass der Kandidat halbweinend aus dem Saal lief, und noch in die Kamera ein “Die habn doch keine Ahnung von Musik. Ich aber schon!” rief.

Das war wahrlich beängstigend. Ein Bub, der sich vollkommen selbst falsch einschätzt. Eine Mutter, die ihren Sohn auch noch darin bestärkt, und eine Gesangslehrerin, die ihren Ruf mit dem “Erfolg” des Schützlings verbindet.
In der Realität laufen in unserer Gesellschaft hunderttausende Menschen herum, mit einem völlig kranken Selbstbewusstsein, wie toll und großartig sie seien. Das sind Anzeichen von Neurosen, von wahrer Schwäche und Unsicherheit.
Doch die Gesellschaft liebt es offenbar, ihre eigenen Familienmitglieder und Freunde anzulügen, sie in ihrer Sache zu bestärken. Diese brutale, unsensible Skrupellosigkeit gegenüber den Mitmenschen macht mir ernsthaft Sorgen.

Veröffentlicht in: on at 4:53 Kommentare (6)

A bissl deportieren …

18 Menschen werden aus ihren Häusern geholt, in Fahrzeugen verfrachtet und in ein spezielles Lager zwangsdeportiert.
Alte, Frauen, Kinder - einfach weggebracht.

Was sich anhört wie eine der unzähligen Geschichten aus Diktaturen, ist in Österreichs Süden brutale Wirklichkeit. Ist man Asylant oder irgendein “Ausländer”, kann es schon passieren, dass man der Laune eines Landeshauptmanns ausgesetzt wird. Wenn der Landeshauptmann den “starken” Mann, den “Hardliner” unter den “Hardlinern” spielen will, er wieder in die Schlagzeilen kommen will, den rechtesrechten Rand und den Alltagsrassismus-Topos (”De Oussländaa ghörn olle obgschoben!”) bedienen will, kann es schon vorkommen, dass 18 Tschetschenen völlig unschuldig von Villach nach Traiskirchen deportiert werden, gerechtfertigt mit einer Lüge. Ohne die Ermittlungen der Polizei bezüglich einer Schlägerei zu Silvester abzuwarten, befahl Landeshauptmann Haider, 18 - wie sich nun herausstellt - völlig unschuldige Tschetschenen zu deportieren. Haider hat nicht nur jede Menschlichkeit, Anstand und Sitte ignoriert, sondern auch vor allem den Rechtsstaat. Es ist wohl bis dato die größte Ungeheuerlichkeit, die sich Haider jemals einfallen hat lassen. Und das heißt was.
Ein Justizsystem existiert für den gelernten Juristen Haider nicht - Das Justizsystem ist er.
Während in anderen Ländern dieser Mensch schon längst ein Verfahren wegen Amtsmissbrauchs am Hals hätte, scheint jedoch nicht viel zu passieren.
Die 18 Tschetschenen bleiben laut Haider trotz ihrer Unschuld weiterhin in Traiskirchen, und dürfen nicht mehr zurückkehren.

Dagegen sind die Vorkommnisse in Italien ein Lerchalschaß. Und eines sei gesagt: Nicht nur Kärnten, auch Österreich ist eine Bananenrepublik. Wenn sich ein Rechtsstaat so lange von einem Selbstdarsteller in hohem Politikamt veräppeln lässt, braucht er sich über gar nichts mehr zu wundern. Nicht über den schlechten Ruf im Ausland als provinzielles Reich hinter den Alpen, die EU-Sanktionen, die reaktionäre Rückständigkeit des Landes im geistig-kulturellen Bereich, und über den Massenexodus gebildeter Schichten.

Veröffentlicht in: on Januar 26, 2008 at 10:23 Kommentare (7)

Der fundamentale Alltagsrassismus

Die Seitenform des Alltagsrassismus im Bereich des Rassismus ist schlimmer und gefährlicher als der Rassismus selbst, da der Rassismus selbst in einer aufgeklärten Welt massiv bekämpft wird. Der Alltagsrassismus ist aber nicht so offensichtlich, sondern verdeckt, weil er “common sense” ist und nicht als “Rassismus” betrachtet wird. Alltagsrassismus kommt in allen Nationen vor, in manchen mehr, in anderen Nationen weniger. Je weniger ein Land bereit dazu ist, zu akzeptieren, das man ein Einwanderungsland ist, desto höher ist der Alltagsrassismus.
Die Verfassung, das Grundgesetzbuch des Alltagsrassismus, ist das stillschweigende Übereinkommen der Einheimischen - eine brutale Umsetzung des Credos “survival of the fittest”, indem das Recht der Einheimischen als Recht des Stärkeren instrumentalisiert wird. Der Einwanderer ist Konkurrent und wird deshalb mit aller List und Tücke in seiner Selbstverwirklichung behindert.
Kein vernünftiger und gebildeter Einwanderer wird angesichts der Aussagen der Frau Winter in Tränen ausbrechen - Doch nichts schmerzt naturgemäß Menschen mehr als das Gefühl, im Grunde genommen nicht gewollt und wertloser zu sein als die einheimischen Menschen, egal, was man auch dagegen machen kann. Ein “ic” am Ende des Namens kann schon in unseren Gestaden der Grund dafür sein, bei der Bewerbung keine Chance zu haben. Ein etwas dunkleres Aussehen kann schon genügen, um als gefährlich angesehen zu werden. Kommt ein dunkelhäutiger Mensch in ein Cafe, kann es passieren, dass die Einheimischen schnell zur Sicherheit automatisch sorgenvoll ihre Geldbörse abtasten.

Gestern ging ich mit einer Studienkollegin bosnischer Herkunft zum Stadtbummel in die Stadt Salzburg.  Meine Studentinkollegin lebt seit 22 Jahren in Österreich und ist hier geboren. Äußerlich sieht man es ihr nicht an, dass sie ein Kind von Einwanderern ist. Nur ihr Name mit einem “ic” am Ende könnte eventuell darauf hinweisen.
Sie hatte eine spezielle Zeitung bestellt, die sie für ihr Studium dringend benötigte. Übrigens ist sie eine absolute Elitestudentin und schreibt nur Einser.
Nun wollte sie mit mir ihre erwartete Zeitung am Kiosk abholen. Mit der Vorstellung ihres Namens informierte sie die Verkäuferin über ihre Bestellung. Bis zur Vorstellung war die Verkäuferin durchaus nett. Doch mit Bekanntgabe ihres Namens veränderte sich der Ton der Verkäuferin dramatisch. Ein Ton, der zeigte, das sie es plötzlich als lästig empfand, eine Person mit einem “ic” am Ende zu bedienen. Als wir uns abwanden, konnten wir noch ein gemurmeltes “Wos wü die denn mit dieser Intellektuellen-Zeitung anfangen? Die verstöht des eh nit! Hoho!” hören.

Ich habe mich bemüßigt gefühlt, mich stellvertretend für diese Person bei meiner Kollegin zu entschuldigen. Aber sie erlebt solche Situationen ohnehin jeden Tag, erklärte sie mir.

Bedrückend.

Veröffentlicht in: on Januar 19, 2008 at 4:48 Kommentare (6)

Der gesponserte Kanzler

Man stelle sich Angela Merkel vor, als Gast beim Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft, mit einem Button auf ihrer Kleidung, worauf in großen Lettern steht “BILD ZEITUNG”.
Na? Einmal kurz nachdenken, was das in Deutschland für einen Skandal auslösen würde, inklusive eines Misstrauensantrag.

In Österreich scheint ein reales, ähnliches Szenario völlig wurscht zu sein. Da präsentiert sich Kanzler Gusenbauer mit einem roten Anorak beim Kitzbühel-Super-G mit einem “Kronenzeitung”- und “Iglo”-Button, Aber anscheinend ist eh schon alles egal in Österreich. Es ist zum weinen.

Veröffentlicht in: on Januar 18, 2008 at 10:46 Kommentare (3)

Die Wahrheit über Florian Silbereisen

Veröffentlicht in: on at 2:04 Kommentare (0)

Bobby Fischer - Über tote Antisemiten sage nichts schlechtes, oder?

Bobby Fischer ist tot. IQ 186, ehemaliger Schachweltmeister im Kalten Krieg. Wäre im Gründe würdig, gewürdigt zu werden, wäre da nicht die Tatsache, dass dieser Herr immer wieder zwischen Genie und Wahnsinn schwebte und ein übelster Antisemit war, der den Holocaust leugnete. Davon ist aber in den bisherigen Nachrufen absolut nichts zu lesen. Stattdessen wird er auf orf.at als “Antiamerikaner” gefeiert.

Veröffentlicht in: on at 1:53 Kommentare (6)

Die frauenlosen Männer

Die aktuelle “Spiegel”-Ausgabe behandelt das Thema der zornigen, jungen Männer. Die Jugendkriminalität steigt rapide - Hauptsächlich sind es vorwiegend junge Männer ohne Chance auf Aufstieg. Diskussion gibt es vielfach über diese Ursachen. Ob es wirklich nur die geringen Aufstiegschancen, oder ob nicht auch Testosteron-Ausstöße daran schuld sind, bleibt umstritten.
Bei einer interessanten Statistik auf orf.at zu den “anspruchsvollsten Singles in Europa” - nämlich lustigerweise uns Österreichern -wurde ich hellhörig. Sofort habe ich an die Problematik Jugendkriminalität denken müssen.
Und da finde ich die These, dass heute Männer vermehrt Probleme haben, Beziehungen zu Frauen knüpfen zu kennen, und daraus unerträgliche Frustration entstehen kann, durchaus plausibel.

Die Emanzipation war im Großen und Ganzen ein historisch wichtiger Erfolg. Noch immer ist sie im “Betrieb” und muss weiter verbessert werden. Unfassbar, dass Frauen oftmals noch immer weniger verdienen als wir Männer.
Dennoch gibt es auch Nebenwirkungen, die offensichtlich “der Natur der jungen Männer” nicht ganz gut getan hat, weil man den Fehler macht, die Rolle des Mannes nicht neu zu definieren. Es existiert praktisch keine klare Geschlechterteilung mehr. Der Mann scheint irgendwie - laut veralteten Kriterien - nutzlos geworden zu sein.

Zudem ich eine interessante Beobachtung auf meiner bisherigen Uni-Zeit gemacht habe, also dort, wo wohl die modernsten, selbstbewusstesten und intelligentesten Frauen auftreten. Die meisten Frauen, die ich bisher kennengelernt habe, sind in der Tat Singles, und zwar vollkommen überzeugt, und denken gar nicht daran, das Singleleben aufzugeben.
Da gibt es die schönsten und nettesten Frauen: Doch viele davon haben gar nicht den Drang, irgendwie eine Beziehung einzugehen. Karriere, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit gehen vor - Wer will denn schon den Haushalt für den Mann führen, wenn man alleine so ein schönes Leben führen kann? Letztens vertraute mir eine gute Freundin an: Warum sollen sich Frauen noch binden? Wenn Frauen ein Bedürfnis danach haben, geht die moderne Frau fort, holt sich mal einen Liebhaber, und dann ist es halt bald vorbei.  Beleg für meine Thesen und Erfahrungen ist alleine schon die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft. Die Singlestudie tut ihr übriges.
Dazu kommt nun einmal, dass viele Frauen manchen Männern in zahlreichen Fähigkeiten naturgemäß überlegen sind. Das hat in der Schule schon begonnen, und hört im Job auf. Die ständige Ablehnung trotz zahlreicher Auswahl an Frauen, das Nichtinteresse an Beziehungen etc. muss für ohnehin sensible Männer, die nach einer festen Beziehung lechzen, dann auch noch vernichtend sein.
Die jungen, frustrierten Männern fühlen, dass sie irgendwie nicht mehr richtig gebraucht werden.

Ein Problem, das banal und kindisch klingen mag, aber eventuell doch eine Mitursache für diverse negative Entwicklungen sein könnte.

Veröffentlicht in: on Januar 16, 2008 at 7:43 Kommentare (10)

Die Ausländerhasser hinter den Bergen

Tom Schaffer - in den Augen eines Ritro auch gewiss ein linkslinks-grüner Fundistudent - hat eine hervorragende Zusammenfassung über “The best of FPÖ” veröffentlicht. Ist das der Werdegang einer “normalen, demokratischen” Partei? Gehört es zu einem demokratischen Parteiensystem,dass der Chefideologe einer Parlamentspartei dauernd vor der “Umvolkung” warnt, ein Begriff aus der NS-Zeit? Gehört es zu einer demokratischen Partei, dass ein ehemaliger Parteichef von der “ordentlichen Beschäftigungspolitik im 3. Reich” schwärmt? Gehört es zu einem demokratischen Parteiensysten, dass der aktuelle Chef der selben Partei in seiner Jugendzeit wild paramilitärisch im Wald herumhopste, und mit angeblich - ehemaligen - Freunden spielte, die zum großten Teil amtsbekannte Neonazis sind? Gehören diese Tendenzen zu einer “normalen, demokratischen” Partei? Ich denke nicht.
Noch immer wird diese Partei als “normal” angesehen. Verharmlosend werden die Politiker als “Rechtspopulisten” abgetan. Das sind aber einige führende Politiker der FPÖ nicht mehr, sei es auf Bundes-, oder auf Landesebene. Es ist Rechtsextremismus im Schafspelz, der uns Jahren in der Politik vorgesetzt wird. Es sind die grenzdebilen Ansichten einiger Herrschaften, denen oftmals Wissen, Herz, Anstand und Sozialkompetenz fehlt. Es ist grauenhafter Menschenhass, der seit Jahrzehnten die Seelen einiger Gesellschaftsschichten vergiftet und die Vernunft vernebelt, Produkt einer verpassten Aufarbeitung der NS-Zeit in Österreich. Dass ein Mann mit antiüdischen Sagern und Ausländerhetze weit über 20 % bei Parlamentswahlen bekommen kann, und sich dann ganz Österreich über die EU-Sanktionen wundert (Ich erinnere mich noch gut, wie ich einst als 16jähriger in Brüssel beim Urlaub von mehreren besorgen Brüsslern befragt worden bin), ist genau das schlimmste Element in dieser Diskussion: Das österreichische Volk hat großteils noch immer nicht begriffen, dass Ansichten, die in der FPÖ vertreten werden, nichts in einem demokratischen Rechtsstaat zu suchen haben. Diese Ansichten sind keine Meinungen, die unter Meinungsfreiheit fallen. Erst vor kurzem wurde ein Ex-Bezirksrat wegen wiederholter Wiederbetätigung angeklagt - und man darf hier raten, welcher Partei er einmal angehörte. Rechte Parteien gibt es fast überall. Doch nur in Österreich findet eine Partei mit regelmäßigen Naziverharmlosungen, mit einer unerträglichen Ausländerhetze, mitsamt einigen Holocaust-Dompteuren (Gudenus etc.) Zulauf.
Das treibt mich zum traurigen Schluss: In Österreich gibt es im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern mindestens 15 %, die bereit sind, eine Partei mit rechtsextremen Tendenzen zu wählen.

Verwunderlich ist es dann nicht, was momentan alles bei “Google” eingeben wird, und das auf der ganzen Welt, um über das Land hinter den Alpen mehr zu erfahren. Erkennen kann ich das anhand der WordPress-Statistik, und da das Blog regelmäßig über die Ungeheuerlichkeiten der FPÖ handelt, landen einige Suchende und Fragende seit wenigen Stunden bei “Liberal in Austria”.

Einige Kostproben gefällig?

Susanne Winter - Nazi?
Österreich Nazis
Austria Hitler
FPÖ is like NSDAP
Naziland Österreich
Ausländerhass der Österreicher

und mein Highlight: Susanne Winter, Schwester von Eva Herman?

Veröffentlicht in: on Januar 15, 2008 at 4:56 Kommentare (9)

Die stramme Susi

Gegen die stramme Susi ist der HC Strache ein Weichei. Selbst Mölzer und Stadler verblassen neben der strammen Susi und entpuppen sich im Vergleich dazu noch als harmlosere Mannen. Denn die Susi ist stramm. Richtig stramm. Strammer als stramm. Die stramme Susi hat nämlich als FPÖ-Kandidatin für die Grazer Gemeinderatswahl die Grazer FPÖ zur rechtesrechtesten FPÖ der FPÖ gemacht. So ist die Susi bekannt dafür, von den “Negern” zu philosophieren, und über ihre diversen “Eigenheiten”. Interessantes kann man dazu im Internet lesen:

Bürgermeister Siegfried Nagl hat sogar eine Negerin in seinem Gemeinderat“, schrie Susanne Winter, freiheitliche Spitzenkandidatin für die Gemeinderatswahlen, kürzlich in die spärliche Zuschauermenge am Grazer Tummelplatz.Im Interview auf der selben Seite weiß sie von der “Genetik” der “Neger” zu berichten:

Ohenhen: Das ist gelogen. Sie versuchen bewusst, einen Keil zwischen weiße und andersfärbige Österreicher zu treiben. Deshalb passiert es, dass ich aus einem Lokal geworfen und als „Neger“ beschimpft werde.

Winter: Ich geben Ihnen eine provokante Antwort: Da ist etwas in Ihren Genen, das Sie noch nicht verarbeiten konnten. Sie können nichts dafür, weil erst jahrtausendelange Tradition bewirkt, dass man die eigene Tradition verarbeiten kann. Ich glaube, das kann nicht der Vorwurf sein, dass man Sie aus einem Lokal geworfen hat.

Ohenhen: Was ist in meinen Genen? Ich habe gelesen, dass es keinen Unterschied zwischen Schwarzen und Weißen gibt.

Winter: Sie wissen, dass Tradition, dass alles, was sich mit einer gewissen Menschenschicht in der Geschichte abgespielt hat, als Transformation in den Genen weitergegeben wird. Sie haben dadurch automatisch zu wenig Selbstbewusstsein und zu viel Hoheitsdenken der anderen Hautfarbe gegenüber in sich, deshalb sehen Sie das so. Es hat niemand etwas gegen eine andere Hautfarbe. Ich bin Juristin und kann zu dem Fall, dass Sie aus dem Lokal geworfen worden sind, leider nichts sagen, wenn ich die andere Seite nicht gehört habe.

Wenn Herr Ohenhen aus einem Lokal geworfen und als „Neger“ beschimpft wird, dann liegt das an seinen Genen?Winter: Nein, ich sage nur, dass ich zu diesem Vorfall nichts sagen kann.

Ohenhen: Von welchen Genen reden Sie? Von deren Genen oder von meinen?

Winter: Von beiden, in beiden wird die Historie transformiert.

Ohenhen: Was verlangen Sie von mir, soll ich mich ausbleichen?

Winter: Das meine ich: Sie haben gewisse Ressentiments aus Ihrer Vergangenheit, weil Sie immer auf Ihrer Hautfarbe herumhacken. Mich interessiert Ihre Hautfarbe nicht.

Die stramme Susi wäre aber nicht stramm, wenn sie ihre Strammheit nicht weiter ausdehnen würde:

Heftige Attacken ritt sie gegen den islamischen Propheten Mohammed, dieser hätte ein sechsjähriges Mädchen geheiratet und wäre “im heutigen System” ein “Kinderschänder“, so Winter.

Weiters bezeichnete sie Mohammed als “Feldherren”, der den Koran in “epileptischen Anfällen” geschrieben hätte. Der Islam sei ein “totalitäres Herrschaftssystem” und gehöre “dorthin zurückgeworfen, wo er hergekommen ist, hinter das Mittelmeer”, so Winter, die auch gegen Bettler wetterte.

Unfassbar.

Veröffentlicht in: on Januar 13, 2008 at 2:39 Kommentare (50)

Die erste sinnvolle Tat Sarkozys - für Afrika

Es ist schon ein Drama, wie sich die europäische Politik  entwickelt. Haider, Berlusconi, die lustigen Polenbrüder und nun Sarkozy.  Die großen Politiker in der französischen Geschichte müssen sich wohl im Grabe umdrehen, was ihr Nachfolger anrichtet. Nicht nur, dass er ein selbstverliebter Selbstdarsteller ist, der das Amt des französischen Präsidenten blamiert, indem er seine Testosteron-Bedürfnisse voller spätpubertärer Eitelkeit bewusst öffentlich auslebt, scheint er auch durch seine Tatenlosigkeit die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Nation weiterhin zu gefährden, ähnlich, wie es Chirac schon in seiner Endzeit machte.
Doch nun plötzlich die erste sinnvolle Tat: Frankreich hat mit zwei anderen Ländern den Tschadeinsatz durch Bereitstellung von Material gerettet. Damit zeigt Frankreich Verantwortung, denn noch immer nagt der Kolonialismus am Gewissen der verlorenen Weltmacht.
Dennoch täuscht die Einigung nicht darüber hinweg, dass Afrika der restlichen Welt so ziemlich egal ist. Ein zweites Ruanda könnte auch heute noch leicht passieren. Zögern, zaudern, Appeasement - immer noch sind das die ersten Antworten der UNO, der internationalen Gemeinschaft, ja auch der Vereinigten Staaten; noch immer traumatisiert von den Erfahrung in Mogadischu. Realistisch betrachtet könnte nur eine bestens ausgerüstete und große internationale Eingreifstruppe, eine Mischung aus westlichen und afrikanischen Truppen, die stets für den Einsatz bereit wären, langfristig die Gefahr eines weiteren afrikanischen Völkermords verhindern.
Da aber Afrika eben nur wenige interessiert, die Politik lieber auf die Meinung der Bevölkerung hört (Ja nicht einmischen, geht uns nichts an!), und man im schlimmsten Fall so denkt wie der Berater von Mitterand von damals, als er zu den ersten Meldungen aus Ruanda meinte  - “So sind die Afrikaner eben” - werden meine Gedanken und Vorschläge nur ein Wunschtraum bleiben.

Projekt: Abnehmen (2)

Aktueller Stand: 91,6 Kilo

Voriger Stand: 94,4

Uni-Stress, ab und zu Dinner Cancelling, Obst und Gemüse, wenig Fleisch sorgen dafür, dass ich etwas zu schnell die Kilos verliere. Deshalb sündigte heute absichtlich mit einem Bosna-Menü. ;-)

Veröffentlicht in: on Januar 11, 2008 at 11:27 Kommentare (1)

Und ewig grüßt Rot und Schwarz

Was hat die Rot-Schwarze-Koalition nicht alles falsch gemacht! Einer der schwächsten Kanzler der Nachkriegsgeschichte. SPÖ-Gusenbauer, lügte seine Wähler schamlos an, um Kanzler werden zu können, und ist auch damit zufrieden, egal, wie die Politik seiner Regierung abschneidet, nämlich vernichtend, demokratiegefährdend, und erbärmlich. Schuld an der schwachen Leistung sei nur die ÖVP. Nun ist die ÖVP weiterhin eine brutale Verhinderungspartei, die es genießt, Gusenbauer zu erniedrigen, unbeweglich, stockkonserativ, eben noch eine Schüsselpartei, die nur auf sich achtet, nicht auf die Zukunft Österreichs. Doch die SPÖ war es, die aus Machtgier fast alle ihre Wahlversprechen brach und Geißel der Alt-ÖVP wurde. Ein Wahlsieger als Verlierer, wer hätte das gedacht.
Die Rot-Schwarze-Koalition bekommt von den Wählern dafür die schlechtesten Noten. Wahrlich unverständlich ist aber die Tatsache, dass die gleichen Wähler die selben Parteien wieder wählen würden:

Wenn es stimmt, was das Wiener Gallup-Institut für Österreich ermittelt hat, dann käme die SPÖ bei einer überraschend angesetzten Nationalratswahl derzeit auf 35 Prozent der Stimmen, die ÖVP aber nur auf 33. Das würde bedeuten, dass sich seit der Nationalratswahl am 1. Oktober 2006 an der Spitze wenig getan hätte. Damals hatte die damalige Kanzlerpartei ÖVP massiv (nämlich knapp acht Prozentpunkte) verloren und nur 34,33 Prozent bekommen, während die SPÖ mit wesentlich geringeren Verlusten 35,34 erreichte und den ersten Platz bekam. David Pfarrhofer vom Linzer market-Institut kann das nicht nachvollziehen: “Unsere Zahlen besagen etwas ganz anderes: Wir waren zuletzt in der 51. Woche, also knapp vor Weihnachten, mit der Sonntagsfrage im Feld – und da haben wir sehr ähnliche Ergebnisse gehabt wie in vorherigen Wellen: nämlich einen Vorsprung der ÖVP vor der SPÖ.”

 Hier muss man eine mangelnde Entschlossenheit diagnostizieren. Die alte Wählertradition, trotz gleichzeitiger Kritik traditionell Rot und Schwarz zu wählen, ist für ein “modernes” Land mehr als peinlich. Es fördert gleichzeitig die weitere politische Unkultur, weil die gleichen Politiker endlos lange dahinwursteln könnnen, ohne abgestraft zu werden. Sie werden nicht durch Umfragen abgeschreckt, sondern bestärkt, weiterhin aus der Politik ein Selbstdarsteller-Kasperltheater zu machen. Im Gegensatz zu Deutschland, wo die Umfragen meist einen Warnschuss für Schwarz-Rot bedeuten, wenn keine ordentliche Politik betrieben wird, bleibt die Bevölkerung in Österreich ziemlich gleichgültig. Die Österreicher würden nach Ruhe streben, nach Geborgenheit, Sicherheit, es solle sich ja nichts ändern. So zumindest versucht ein Kommentar von der “Presse” dieses Phänomen zu erklären.
Und wenn es einmal Protestwähler in Österreich gibt, als würde das Geschilderte nicht schon genügen, ist der Hauptnutznießer eine Partei wie die FPÖ. Dann paart sich der Politikfrust mit Ausländer- und EU-Hass.
Die gemäßigten Protestler sind aber gar nicht gewillt, trotz Protest nicht ihre Großpartei zu wählen. Falsch verstandene Traditionen und Treue verhindern den politischen Fortschritt in Österreich, die Richtung zeigt zu politischen Verhältnissen wie in Ostblock-Staaten hin, dem Durchschnittsösterreicher ist das aber wirklich egal.
Wohin das unser Land noch führen wird, werden wir gespannt sehen.

Veröffentlicht in: on Januar 7, 2008 at 2:56 Kommentare (22)