Die Ausländerhasser hinter den Bergen

Tom Schaffer - in den Augen eines Ritro auch gewiss ein linkslinks-grüner Fundistudent - hat eine hervorragende Zusammenfassung über “The best of FPÖ” veröffentlicht. Ist das der Werdegang einer “normalen, demokratischen” Partei? Gehört es zu einem demokratischen Parteiensystem,dass der Chefideologe einer Parlamentspartei dauernd vor der “Umvolkung” warnt, ein Begriff aus der NS-Zeit? Gehört es zu einer demokratischen Partei, dass ein ehemaliger Parteichef von der “ordentlichen Beschäftigungspolitik im 3. Reich” schwärmt? Gehört es zu einem demokratischen Parteiensysten, dass der aktuelle Chef der selben Partei in seiner Jugendzeit wild paramilitärisch im Wald herumhopste, und mit angeblich - ehemaligen - Freunden spielte, die zum großten Teil amtsbekannte Neonazis sind? Gehören diese Tendenzen zu einer “normalen, demokratischen” Partei? Ich denke nicht.
Noch immer wird diese Partei als “normal” angesehen. Verharmlosend werden die Politiker als “Rechtspopulisten” abgetan. Das sind aber einige führende Politiker der FPÖ nicht mehr, sei es auf Bundes-, oder auf Landesebene. Es ist Rechtsextremismus im Schafspelz, der uns Jahren in der Politik vorgesetzt wird. Es sind die grenzdebilen Ansichten einiger Herrschaften, denen oftmals Wissen, Herz, Anstand und Sozialkompetenz fehlt. Es ist grauenhafter Menschenhass, der seit Jahrzehnten die Seelen einiger Gesellschaftsschichten vergiftet und die Vernunft vernebelt, Produkt einer verpassten Aufarbeitung der NS-Zeit in Österreich. Dass ein Mann mit antiüdischen Sagern und Ausländerhetze weit über 20 % bei Parlamentswahlen bekommen kann, und sich dann ganz Österreich über die EU-Sanktionen wundert (Ich erinnere mich noch gut, wie ich einst als 16jähriger in Brüssel beim Urlaub von mehreren besorgen Brüsslern befragt worden bin), ist genau das schlimmste Element in dieser Diskussion: Das österreichische Volk hat großteils noch immer nicht begriffen, dass Ansichten, die in der FPÖ vertreten werden, nichts in einem demokratischen Rechtsstaat zu suchen haben. Diese Ansichten sind keine Meinungen, die unter Meinungsfreiheit fallen. Erst vor kurzem wurde ein Ex-Bezirksrat wegen wiederholter Wiederbetätigung angeklagt - und man darf hier raten, welcher Partei er einmal angehörte. Rechte Parteien gibt es fast überall. Doch nur in Österreich findet eine Partei mit regelmäßigen Naziverharmlosungen, mit einer unerträglichen Ausländerhetze, mitsamt einigen Holocaust-Dompteuren (Gudenus etc.) Zulauf.
Das treibt mich zum traurigen Schluss: In Österreich gibt es im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern mindestens 15 %, die bereit sind, eine Partei mit rechtsextremen Tendenzen zu wählen.

Verwunderlich ist es dann nicht, was momentan alles bei “Google” eingeben wird, und das auf der ganzen Welt, um über das Land hinter den Alpen mehr zu erfahren. Erkennen kann ich das anhand der WordPress-Statistik, und da das Blog regelmäßig über die Ungeheuerlichkeiten der FPÖ handelt, landen einige Suchende und Fragende seit wenigen Stunden bei “Liberal in Austria”.

Einige Kostproben gefällig?

Susanne Winter - Nazi?
Österreich Nazis
Austria Hitler
FPÖ is like NSDAP
Naziland Österreich
Ausländerhass der Österreicher

und mein Highlight: Susanne Winter, Schwester von Eva Herman?

Veröffentlicht in: on Januar 15, 2008 at 4:56

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9 Kommentare Leave a comment.

  1. On Januar 15, 2008 at 8:16 Verbale Haßspirale « Planeta Eskoria Said:

    [...] stramme Susi und Die Ausländerhasser hinter den Bergen auf [...]

  2. On Januar 15, 2008 at 8:31 rigardi.org » Susanne Winter und die neue Salonfähigkeit der FPÖ Said:

    [...] Radikalität die eigenen Positionen aus 1999 leicht in den Schatten zu stellen vermag. Wie anfällig die Österreicher für diese Form einer neu aufkeimenden, weitrechten Politik sind, wird im Kleinen die steirische [...]

  3. On Januar 15, 2008 at 9:11 Lukas Said:

    Was ist denn ein “Ritro”?

  4. On Januar 16, 2008 at 9:44 Georg Pichler Said:

    Ein User, der gerne undeutliche Aussagen macht die fallweise rechtfertigend für Sachen a’ la dem Winter-Sager klingen, um sich kurz darauf als mißverstanden zu präsentieren und jegliche Politizität von sich zu weisen.

  5. On Januar 16, 2008 at 2:26 Tom Schaffer Said:

    nein, er macht gern sehr deutliche aussagen. und die sagen dann immer, dass der andere ein linkslinker grünfundi und eine faule nutzlose studentensau ist. oder sowas ähnliches ^^

  6. On Januar 16, 2008 at 4:59 maschi Said:

    Es ist grauenhafter Menschenhass, der seit Jahrzehnten die Seelen einiger Gesellschaftsschichten vergiftet und die Vernunft vernebelt, Produkt einer verpassten Aufarbeitung der NS-Zeit in Österreich.

    Warum wohl denke ich bei diesem Satz an ein ganz bestimmtes Produkt im Bereich der österreichischen Old Media? Ein einzelner Mann verpasst die Aufarbeitung und vergiftet seit Jahrzehnten die Seelen einiger Gesellschaftsschichten. Ein zwar bekannter, aber im Kontext fürchte ich immer noch unterschätzter Faktor.

  7. On Januar 16, 2008 at 8:44 Michael Said:

    Dass der Erfolg der heutige FPÖ etwas mit einer verpassten Aufarbeitung der NS-Zeit zu tun hat hört und liest man zwar immer wieder aber ich kann das eigentlich nicht nachvollziehen.

    Es ist zwar wahr, dass Österreich zunächst als Opfer des Nationalsozialismus dargestellt wurde, das ist jetzt aber doch schon einige Jahrzehnte her. Sowohl in der Schule als auch in den Medien (ich les zwar die Kronenzeitung nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das dort anders ist) wird die Schuld Österreichs betont.

    Mir kommt dieses Mantra von der fehlenden Aufarbeitung fast so wie eine lahme Entschuldigung vor: “Ja, in der Vergangenheit sind sind bei der Aufarbeitung Fehler passiert, aber…”. Wie viele Jahre kann man das noch verwenden?

    Der Grund, dass die FPÖ erfolgreicher ist als z.B. die NPD in Deutschland liegt (neben der großen Koalition, die die Demokratie weit mehr gefährdet als die FPÖ) wohl eher daran, dass sich die FPÖ viel stärker in die Mitte öffnet. Die NPD macht das gar nicht: da hat man das Gefühl, dass es sich um eine Partei aus Skinheads handelt (und so hat die NPD schon mal ein großes Glaubwürdigkeitsproblem in Bezug auf das Thema “innere Sicherheit”, was ja auch ein bevorzugtes FPÖ-Thema ist).

    Das gleiche sieht man übrigens auch in anderen Ländern, z.B. gerade in Belgien mit dem Vlaams-Belang, der ja ähnlich erfolgreich ist, wie die FPÖ.

  8. On Januar 16, 2008 at 11:17 Tom Schaffer Said:

    die fpö öffnet sich in die mitte? womit eigentlich genau? die partei hat zwei themen: ausländer und paranoia.

  9. On Januar 18, 2008 at 11:10 Michael Said:

    Dass sich die FPÖ für die Mitte öffnet bedeutet ja nicht, dass sie sich substanziell vom rechten Rand entfernt. Aber sie hat eben auch Angebote für Menschen, die eigentlich nicht am rechten Rand stehen. Z.B. haben sie versucht im Zuge des Tschad-Einsatz und des EU-Vertrags die Neutralitätspolitik-Kompetenz für sich zu reklamieren und sie der SPÖ abzusprechen, was ja bei vielen Österreichern ein sehr sensibles Thema ist. Da den Österreichern jahrzehntelang von den Medien und Parteien (SPÖ) eingebleut wurde, dass die Neutralität der Schlüssel zu Österreichs Sicherheit ist, muss man sich nicht wundern, dass sowas funktioniert. Dass es funktioniert ist natürlich auch eine Entscheidung der Medien. Die NPD in Deutschland wird einfach nicht ernst genommen.

    Ich will damit nur sagen, dass man die FPÖ nicht mit jeder beliebigen anderen europäischen rechtsextremen Partei vergleichen kann. Die FPÖ hat zwar rechtsextreme Element, aber nicht ausschließlich und sie versucht sich zur Mitte hin zu öffnen und - obwohl es ihr natürlich nicht immer gelingt - sich nicht öffentlich als Partei des extremen rechten Rands darzustellen (also z.B. keine Fotos mit Skinheads, usw).

    Wie ich schon mehrmals angemerkt habe, bin ich ja für das Mehrheitswahlrecht und dann würde sich das Thema und die damit verbundenen Peinlichkeiten eh erledigen.

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