Ein Poltron
Was ist ein Poltron?
Ein Poltron ist etwa:
- Der Präsident Pakistans, der ruhig dabei zusieht, wie sein Land als Transitland des Terrors für die Al Kaida und die Taliban benutzt wird, und deshalb selbst die CIA eingreifen muss. Die Top 3 der Al Kaida (!!!) marschierte in Pakistan offensichlich schon länger bekanntermaßen herum, der Staat Pakistan machte gar nichts. Stattdessen musste die CIA mit einer Drohne den gefährlichen Massenmörder selbst töten.
- Deutschland, das noch immer nicht reale Verantwortung im Kampf gegen die Terroisten in Afghanistan übernehmen will. Schon längst selbst vom Terror bedroht, will man schön die Amerikaner und die Allierten die Front - also das Sterben und Töten - überlassen, währenddessen man sich irgendwo im hintersten Eck Afghanistans versteckt. Dass ist dem deutschen Volk auch recht, denn das will eh den ganzen Abzug aus Afghanistan, also nichts anderes als den Rückzug vor den lieben Taliban und der Al Kaida, die Überlassung des afghanischen Volkes einer Steinzeit-Regierung, die statt Fußball im Stadion zu spielen lieber dort Frauensteinigung durchführen möchte.
- Die EU-Mission mit Österreich für den Tschad: Das ist momentan der oberste Poltron. Die EU, die irgendwann einmal Weltmacht sein will, hat schon jetzt die Hosen voll vor einigen militärisch schlecht ausgebildeten und schlecht ausgerüsteten Rebellentruppen.
Dann lieber verschieben oder gleich daheimbleiben, schließlich handelt es sich nur um Afrikaner, gelle?
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abgesehen davon, dass seit dem beginn des „war on terror“ bis jetzt die terroristischen aktivitäten weltweit zu- statt abgenommen haben (und die frage erlaubt sein muss, ob militärische aktionen die richtige antwort auf eine nichtmilitärische bedrohung sind), nur zwei zahlen:
deutschland: 3155 soldaten in afghanistan
österreich: 4 soldaten afghanistan
Und wie soll man die Terrorcamps selbst bekämpfen? Mit Pralinen?
Fakt ist, dass in Afghanistan ein Terrornetzwerk aufgebaut wurde, das größtenteils militärisch zerschlagen werden musste. Würde man aus Afghanistan abziehen, wären die Taliban und Al Kaida politisch wieder zur Stelle.
Der Terrorismus muss leider auch militärisch bekämpft werden. Das ist die harte Wahrheit.
@laurenz: es gab meines erachtens nach auch keine so richtigen humanitären interventionen seit dem war on terror. (und schon gar nicht DIE richtigen) insbesondere der irak war eher ein schwerer blödsinn, das sagt also nicht allzu viel. ich denke, dass prinzipiell schon situationen da sind, in denen militärische interventionen notwendig sind. insbesondere wenn menschen kollektiv gefährdet sind, wie im tschad. ich glaube aber nicht, dass menschenrechtsverletzungen in einem land gleich einen einmarsch bedeuten sollte - das wäre eher kontraproduktiv. der irak-krieg war imo die völlig falsche variante um die lage für die menschen zu verbessern (was ja auch nie im mittelpunkt gestanden hat). afghanistan war ein bisserl dazwischen. da gabs massive menschenrechtsverletzungen, aber ich glaube keine kollektive unsicherheit. dafür gabs wiederum die die bedrohung durch die terrorverknüpfungen. ich tendiere eher dazu, dass ich den afghanistan einsatz als richtig einstufe.
@philip: die taliban könnte man allerdings als gesellschaftliches und nicht militärisches problem sehen. das terrornetzwerk das du meinst ist die al quaida. das gibts verflechtungen, prinzipiell sinds aber unterschiedliche dinge. nicht jeder der in seinem fundamentalisten wahn frauen wie vieh behandelt etc ist auch gleich ein für westliche nationen gefährlicher terrorist.
Autsch. Auch wenn mir deine Blogs sonst gefallen, bist du in meinen Augen hier ganz klar am Holzweg. Mal völlig davon abgesehen dass der “Westen” den größten Teil des heutigen Terrors überhaupt erst durch Einmischung in andere Länder (Afghanistan im Kalten Krieg z.B.) selber verursacht hat, wird man anderen Ländern keine Demokratie und auch keinen Frieden aufzwingen können, wenn die radikalen Kräfte dort immernoch stärker sind (siehe Irak).
Humanitäre Aktionen im Tschad? Ja, dafür!
Doch dein Statement für den aktiven Krieg gegen den Terror (so klingt es zumindest für mich) ist hier ganz klar fehl am Platz. Seit der “Krieg gegen den Terror” begonnen hat, wurden der terroristischen Aktivitäten nur mehr, genauso wie das Maß der Überwachung, Kontrolle und Einschränkung der Freiheit in den westlichen Ländern.
Vielleicht wäre es an der Zeit sich etwas anderes zu überlegen, als nur nach einem noch stärkeren und noch aktiveren Krieg gegen den Terror zu schreien. Denn bisher hat uns dieser nur geschadet.