“Liberal in Austria” macht entgültig Schluss!

Politisches Bloggen sollte vornehmlich eine Freude bereiten. Freude am Schreiben, am Nachdenken über Politik, am diskutieren und fabulieren. Politisches Bloggen hat vor allem eine Vorraussetzung: Zeit, Zeit, Zeit.
Politisches Bloggen hat die Grundvorraussetzung, einen täglichen Internetanschluss zu besitzen. Alle diese Vorraussetzungen kann ich unglücklicherweise nicht mehr bieten.
Der Internetanschluss könnte im besten Falle wöchentlich möglich sein - Zu wenig für ein Blog, das täglich zwischen 300-500 User begrüßen darf. Wenn man durch einen Umzug in die Stadt einen neuen Lebensabschnitt beginnt, kann man leider nicht immer automatisch einen Internetanschluss miteinberechnen. Das ist nun einmal so.
60.000 Klicks und einige Veröffentlichungen in der Tageszeitung “Die Presse” sind nicht schlecht als Bilanz.
Dennoch hat einiges nicht ganz funktioniert. Es fängt bei den vielen Usern an, die zwar mitgelesen, aber nicht mitdiskutiert haben. Gerade viele Österreicher zogen es vor, zu schweigen. Beweis für die mangelnde Diskussionskultur in diesem Lande, die Debattenkultur ist noch immer recht unterentwickelt.
Zweitens wurde es nicht geschafft, in Österreich einen liberalen Blog-Thinktank zu erstellen. In Deutschland gibt es zig liberale Blogs mit den unterschiedlichsten Strömungen. Die Autoren halten zusammen, auch wenn sie oft unterschiedlicher Meinungen sind. Sie respektieren sich gegenseitig. In Österreich ist das nicht möglich, warum auch immer.
So haben mir die andauernden niveaulosen Streitigkeiten - auch unter speziellen österr. Bloggern - die Freude am Bloggen genommen. Sicherlich: Wer etwas veröffentlicht, darf nicht zimperlich sein. Sager wie “Du tickst doch nicht richtig!” öffentlich zB von einem anderen Blogger ins Gesicht geschrieben zu bekommen hat jedoch nichts mehr mit dem Bloggen an sich zu tun. Meinungsverschiedenheiten gehören zum Bloggen dazu, die Frage ist jedoch, auf welchem Niveau diese Meinungsverschiedenheit ausgetragen wird.
Dass jedoch die altbekannten Themen des Blogs - Antisemitismus und Antiamerikanismus - gerade in Österreich für Gegenwind sorgen würden, war mir natürlich bekannt. Liberale Gedanken sind in Österreich ohnehin verpönt. Dies entschuldigt aber keine Respektlosigkeiten und Unhöflichkeiten.
Wenn du dann auch leider mitbekommen musst, dass deine Blogbeiträge ohne deine Zustimmung politisch missbraucht werden, dann bekommt man angesichts der geschilderten Problematik den “Schreibfrust”.

Daher ziehe ich es in Zukunft vor, mein Leben ohne das Bloggen zu genießen, mich auf mein Studium und das “real life” zu konzentrieren, und wieder meiner Lieblingsbeschäftigung ab und zu im Net nachzugehen: Deutsche liberale Blogs zu durchforsten, hochqualitativ, weltoffen, kritisch und intelligent, jene Blogs, die mich eigentlich zum Blogprojekt “Liberal in Austria” animiert haben.
Leider sind derartige Blogs im heutigen Österreich nicht sinnvoll durchzusetzen.

Neues Blogkonzept, siehe “Aus Liberal in Austria wird Liberal weekend!”.

Veröffentlicht in: on Februar 4, 2008 at 8:12 Kommentare (8)

Der neue Antisemitismus

Dass der neue Antisemitismus mitterweile Antizionismus ist, brauche ich nicht mehr zu erwähnen. Eine weitere Form des Antisemitismus hat man in letzter Zeit wieder beobachten können.

Da brechen tausende Palästinsenser durch ein von der Terrororganisation Hamas gesprengtes Mauerloch hindurch, strömen nach Ägypten, um dann halb Ägypten leerzukaufen. Wer da noch Zweifel daran hat, dass dies alles eine seicht gefädelte Propagandaktion der Hamas gewesen ist, scheint entweder kurzsichtig, oder wahrlich dem neuen Antisemitismus verfallen. Denn wie die armen, armen Palästinenser plötzlich an so viel Geld für Fernseher und Kühlschränke kommen konnten, ist nicht bekannt.
Jedenfalls war diese Aktion glaubwürdig genug für einige Europäer, die die Geschichte der Shoah noch immer nicht vertragen haben und die Juden für “lästig” halten. Sie wollen nichts von ihnen hören, sehen, und spüren, die Vergangenheit soll vergessen werden. Bestandteil dieses Denkens ist nicht nur ein grauenhafter Antizionismus, sondern auch die Umkehrung von Ursache und Wirkung. Gipfel war der Libanonkrieg 2006. Hunderte Hamasraketen auf Israel, Entführungen von israelischen Soldaten - null Reaktion der europäischen Öffentlichkeit - aber als sich Israel wehren musste, war die Empörung plötzlich groß. Wie konnte es Israel schließlich abermals wagen, sich nicht zerbomben zu lassen?
Und genau jetzt wird wieder dieser gleichartige Antisemitismus hervorkommen. Heute gab es - laut Experten eine Folge des inszenierten Palästinenser-Exodus - einen Selbstmordanschlag durch Palästinenser.
Selbstverständlich werden da die Kommentare in den Foren des “Standard” und auch sonst wo ziemlich verständisvoll klingen, wie alles, was gegen Israel gerichtet ist. Verharmlosungen werden folgen, Erklärungen und Entschuldigungen für die vernichtende Gewalt an der Tagesordung sein usw.
Denn in Wahrheit würden diese Verharmloser am liebsten selbst dabei mitmachen, Israel vom Erdball zu fegen.

Ja, Israel hat einige Fehler im Nahostkonflikt gemacht. Ja, die Palästinenser leben zum Teil unter schlechten Bedingungen und dies muss gelöst werden. Ja, man darf nicht frühzeitig wie manchmal von anderen gemacht die Antisemitismuskeule ziehen. Dass aber ein Großteil der Palästinenser Terror befürwortet, die Hamas als ihre Sozialstruktur erwählt hat, ist inakzeptabel und zeigt, wer meistens nun einmal im Recht ist.
Die Palästinenser sind es, die größtenteils an ihrer Armut selbst schuld sind, weil sie dem Terror nicht entsagen. Sie sind an ihrer Isolierung schuld, und beklagen sollten sch deshalb über keine Restriktion seitens Israels.

Und schon gar nicht sollte irgendein feiger, antisemitischer Europäer selbstgerecht daherkommen und Israel das Recht auf Selbstverteidigung verwehren. Stattdessen sollte diese endlich Flagge bekennen und zugeben: Uns ist Israel nicht nur wurscht, wir wollen auch Ahmadinedschads Fantasien in die Tat umsetzen, deshalb unterstützen wir ja auch die Bestrebungen der Terroristen. Ist das so schwer, hmmm?

Veröffentlicht in: on at 10:54 Kommentare (37)