Aber, aber, wir sind doch neutral!?! - Ein frustiger Beitrag

Ein abgetrennter Finger des entführten Österreichers im Irak, ein durchdrehender Terroristenfreund im ersten Islamistenprozess der österreichischen Rechtsgeschichte, 2 entführte Österreicher irgendwo in Mali: Fassungslos zeigt sich die österreichische Öffentlichkeit. Fassunglosigkeit entsteht aber durch die Fassungslosigkeit selbst. Österreich lebt noch immer in einer selbstgebastelten Friede-Freude-Eierkuchen-Fantasiewelt, in der Milch und Honig fließt. Und das tut so unerträglich weh.
Paranoide Hirngespinste

Der Finger, Mohammed M. und 2 Touristen - Ich bezeichne es als Triumvirat des Schreckens der österreichischen Seifenblase.

Es gibt 3 Sätze, wo ich in Diskussionen rot sehe, die aber in Österreich öfters vorkommen:

a) Des woa sicher a Ouslända!
b) Die Amis sand wie da Hitla!
c) Aber, aber wir sind doch neutral!?!

Satz c) muss ich in diversen Foren derzeit öfters lesen. Als würden islamistische Terroristen vorher die Touristen fragen, ob sie aus einem neutralen Land stammen würden, bevor sie sie entführen. Als würden islamistische Terroristen den Begriff neutral im westlichen politischen System ernst nehmen. Als würde eine vorgebliche “Neutralität” vor terroristischen Aktionen jeder möglichen Art schützen.

Österreich ist in Sachen Terrorismus eines der realitätsfremdesten Länder in Europa. Überall will es sich raushalten, wenn es brenzlig wird, Solidarität ist ein Fremdwort, nur für sich wird es sofort beanstandet, wenn etwa 2 Österreicher entführt werden. Dann darf der französische Geheimdienst helfen. Das ist in Wahrheit die Definition von “Neutralität”. Militärisch sollen doch besser die anderen ihre Köpfe etwa in Afghanistan herhalten, um gegen die Al Kaida zu kämpfen, damit sie nicht wieder seelenruhig in Terrorcamps Terroristen produzieren kann, um diese als Schläfer gen europäische Haupststädte zu schicken, unter anderem auch nach Wien, jene Stadt, die von Terrorexperten als Transitstadt bezeichnet wird. Stattdessen darf sich etwa das mutige Norwegen, nur 5 Millionen Einwohner (!!!), an vorderster Front in Afghanistan, zum Schutze der dortigen einheimischen Bevölkerung und Europas, abplagen. Norwegische Soldaten riskieren für eine absolut notwendige Sache ihr Leben, währenddessen Österreich die absolute Chuzpe besitzt, selbst gegenüber Terrorismus “neutral” sein zu wollen.
Terroristen, die die Religion des Islams als politisches Machtinstrument missbrauchen, die eigene Bevölkerung umbringen und das ganze westliche System als Feind erachten, egal, ob sich ein Land das Wort “neutral” auf die Stirn pickt.

Da werden jetzt einige in mir eine kriegslüsterne Marionette der Amerikaner sehen (O-Ton Mohammed M. gegenüber den Beamten), vielleicht sei ich auch noch Mitglied der CIA, oder gar ein Guantanamo-Knecht.
Das sind jene Menschen, die intellektuell nicht in der Lage sind, den Afghanistankrieg vom Irakkrieg zu unterscheiden. Das sind jene Menschen, die einem Radikalpazifismus nachhängen, und meinen, gegen die Endzeit-Sekte der Al Kaida mit Friedensgesülze ankommen zu können. Das sind jene Menschen, die längst von einem gesunden und klugen Pazifismus zum Fanatismus übergewechselt sind. Das sind jene Menschen, die nichts aus der Geschichte lernen können und Hitler in der Vorkriegszeit wie das damalige politische Europa mit Blumensträußen empfängen hätten. Das sind jene Menschen, die vor lauter Friedensgebete so lange herumgeredet hätten, bis alle Juden in Europa ausgelöscht worden wären, und dann mit einem unschuldigen Schulterzucken reagiert hätten.

Man liest es heraus: Ich bin gefrustet, ich bin genervt, ich bin enttäuscht von dieser Seichtheit und dieser Realitätsferne, die mich einfach nur erschaudern lässt.

Und nun können mich die Suizidpazifisten, Radikalpazifisten, Feinde der amerikanischen Marionetten zereissen.

Um einen Italiener zu zitieren: Ich habe fertig!

Veröffentlicht in: on März 15, 2008 at 9:06

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2 Kommentare Leave a comment.

  1. On März 15, 2008 at 10:28 Gertschwung Said:

    *lol* nicht soviele Drogen nehmen, lieber Relator. Wenn du deinen “Suizidpazifisten” vorwirfst, nicht zwischen Afghanistankrieg und Irakkrieg unterscheiden zu können, und dann auch noch Norwegen als Beispiel für ein “mutiges” Land nennst, dann merkt man, dass bei dir Hopfen und Malz schon völlig verloren sind. Ich weiß ja nicht einmal, wo ich anfangen soll, weil du von so vollkommen falschen Annahmen ausgehst. Ich werde einfach mal ein paar Informationsbrocken hinwerfen, und du kannst diese dann verarbeiten, leugnen oder auch zensieren, wie du’s schon in der Vergangenheit öfters gemacht hast:

    Es gibt in Afghanistan nicht ein militärisches Engagement, sondern zwei. Das eine, ISAF, ist durch die UNO legitimiert, und dient dazu, Afghanistan in Sachen Sicherheit zu stabilisieren und Wiederaufbauhilfe zu leisten. Die Teilnahme daran tangiert eine mögliche Neutralität der teilnehmenden Staaten in keinster Weise, wie die Teilnahme von Österreich, der Schweiz und Schweden deutlich zeigen. Das zweite Engagement ist die Operation Enduring Freedom, wo sich die USA und die “Koalition der Willigen” auf eine diffuse und im wesentlichen erfolglose Terroristenjagd begeben (naja, Krieg führen in Afghanistan gegen Partisanen, die Sowjets haben schon eindrucksvoll gezeigt, wie gut das funktioniert), und die nur von den USA und ihrem Arschkriecherverband durch angebliche “Selbstverteidigung” legitimiert wird, international es jedoch nicht ist.

    Wenn du mit Behauptungen daherkommst, in Afghanistan würde ein Krieg gegen die Al Kaida geführt werden, dann darf ich dir nur verraten: willkommen in 2008. Du bist irgendwo 2002, 2003 steckengeblieben. Aber wahrscheinlich ist das die topaktuellste Info, die du von deinen ungenannten “Terrorexperten” (muhahahahahaha) gekriegt hast (”Terrorexperte”, das klingt so nach “ich weiß, wie ich die Bevölkerung durch FUD einschüchtern und terrorisieren kann”).

    Und noch was: wer sich auf Wüstensafari in Tunesien, Algerien o.ä. Ländern ohne weiteren Schutz begibt, der ist selbst schuld. Wer sich als Söldner von Crescent Security abwerben lässt, und dann im Irak gefangengenommen wird, der ist selbst schuld. Das sind beides gut einschätzbare Risiken, und wer diese eingeht, weiß ganz genau, worauf er sich einlässt. Und du forderst dafür Solidarität? Was soll Österreich machen? Vom Tschad aus Angriffe gegen malische Terroristen fliegen? Sich plötzlich in einem nach internationalem Recht illegalen Krieg im Irak engagieren, nur weil ein Österreicher, dessen Fortbestehen der österreichischen Staatsbürgerschaft lediglich aus Pietätsgründen noch nicht umfassender diskutiert wurde, von einer Bande von Kriminellen entführt wurde? Am besten, du ersparst uns die Antwort, sie könnte nur zu peinlich für dich werden.

  2. On März 18, 2008 at 7:58 dieter Said:

    @Relator:

    Man kann sich, soweit ich weiß, bei den US-Marines auch als Ausländer freiwillig melden.

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