Charlton Heston - Der Mann, der Michael Moore entlarvte
Als ich hörte, dass Charlton Heston tot ist, war ich aus zwei Gründen betrübt.
Erstens war ich ein großer Fan seiner Streifen “Ben Hur” und “Die 10 Gebote”. Filme, die man sich immer wieder ansehen kann, weil man ehrfürchtig die jahrzehntelange Arbeit an diesen Filmen spürt. Keine Filmmusik der Filmgeschichte kam bis heute an die pompöse Musik von “Ben Hur” heran.
Zweitens hat Charlton Heston die miesen Charakterzüge eines armseligen Gurus für besonders Verwirrte (Jene, die sich zu bequem sind, Fachliteratur zu lesen und lieber einfache Verschworungstheorien konsumieren …) unabsichtlich entlarvt, als er nämlich die Türe für Michael Moore öffnete. Michael Moore, der im vollen Bewusstsein ob Hestons Alzheimerkrankheit sich nicht davor scheute, die deutlichen Alzheimer-Symptome des alten Herren auszunutzen, tat seine schlimmste Aktion seiner Karriere. Die Lügen und Erfindungen rund um den 11. September waren zwar lustige Hokuspokus-Fantasien, doch das war eine unmenschliche, unwürdige, unmoralische Tat. Ja, Heston war der Präsident der NRA, eine für uns Europäer unverständliche Organisation. Doch derart dreist Heston unterschwellig Mitverantwortung für Massaker und für den Tod eines einzelnen Mädchens zu unterstellen, und dieses Verhalten mit Begeisterungsstürmen in Europa für Moore belohnt wurde, ist eine moralische und intellektuelle Tragödie.
Noch immer können einige nicht wahrhaben, dass in Moores Film Szenen wild herumgeschnipselt und eingefügt wurden. Hestons Aussagen wurden eindeutig aus dem Zusammenhang gerissen und absichtlich verfälscht. Selbst der liberale Kirk Douglas, der sich aktiv gegen Waffen einsetzt, schämte sich für Michael Moore. Er nannte Charlton Heston einen “Gentleman”. Und das war er auch. Wer sich für Martin Luther King einsetzte, Rassismus bekämpfte und für mehr Demokratie eintrat, hat mehr verdient als von Möchtegern-Superjournalisten veräppelt zu werden.
Deshalb: RIP und Sorry, Mr. Heston!
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We can now finally pry his rifle from his cold, dead hand! :->
Die Szene mit Michael Moore ist wirklich sehr leicht als gefaked zu entlarven. Vor allem in der Sekunde, als er zuvor von hinten quasi über seine Schulter gefilmtwurde. Da sieht man ganz deutlich, dass vor ihm keine Kamera steht. Plötzlich wird er aber trotzdem von vorne gefilmt und der Hintergrund ist nicht das Haus, das sie gerade verlassen haben, sondern freies Gelände…
btw, am besten von seinen Filmen gefiel mir “Soylent Green”.
Danke für diesen Nachruf über einen wirklich großen Schauspielers. Dein Schlußsatz sagt alles über den wahren Charakter dieses Mannes.
Sehr treffender Kommentar, vielen Dank dafür.