Grüner Anti-Antiamerikanismus
Ein bemerkenswerter Artikel ist heute auf der Webseite der “Sueddeutschen” zu bestaunen. Der Gründer des Washingtoner Ortsverbands der Grünen Deutschland, Arne Jungjohann, tritt offen und aktiv gegen Antiamerikanismus ein. Da werden aber einige Grüne daheim schockiert revoltieren.
Die besten Aussagen:
sueddeutsche.de: In Ihrem Gründungsaufruf heißt es auch, Sie wollen “Perspektiven jenseits deutscher Nabelschau“ in die Politik ihrer Partei einbringen, etwa zu Fragen der Globalisierung. Blicken die Grünen bisher zu wenig über den Tellerrand hinaus?
Jungjohann: Ich glaube, dass die Grünen im Vergleich zu anderen Parteien immer noch relativ offen, international orientiert und auch an neuen Ideen interessiert sind. Das kann man aber noch verbessern. Das gilt übrigens auch für das Image der Vereinigten Staaten in Deutschland. Die USA werden oft sehr undifferenziert und verzerrt dargestellt. Es gibt einen latenten Antiamerikanismus.
sueddeutsche.de: Wo hört aus Ihrer Sicht berechtigte Kritik an den USA auf und wo fängt Antiamerikanismus an?
Jungjohann: Kritik ist in vielen Fragen gerechtfertigt, zum Beispiel im Hinblick auf die Außenpolitik von Präsident Bush. Die USA werden aber häufig auf die Rolle eines ignoranten und machthungrigen Hegemon reduziert. Wenn man hier lebt, entdeckt man sehr schnell die Vielfalt und Dynamik im Land. Es gibt hier einfach sehr viele positive und progressive Entwicklungen in der Gesellschaft.
» Auch in Debatten der Grünen klingt manchmal ein latenter Antiamerikanismus an. « Arne Jungjohann |
sueddeutsche.de: Was meinen Sie genau?
Jungjohann: Zum Beispiel sind historisch bedingt die Erwartungen an den Staat in den Vereinigten Staaten geringer als in Deutschland.
Deshalb hat sich eine bemerkenswerte Kultur des “sich Einmischens”, des persönlichen Engagements für die Gemeinschaft und das Allgemeinwohl etabliert. Auch von progressiven Unternehmensphilosophien könnte Deutschland profitieren. So etwas findet aber noch zu wenig Aufmerksamkeit.
Wann wird es so einen Politiker bei den Grünen Österreich geben? Der Grüne Efgani Dönmez scheint auf alle Fälle ein Riesentalent zu sein, indem er unangenehme Dinge anspricht, ohne jedoch zu pauschalisieren und zu fern der Parteilinie zu sein. Ein weltoffener, realistischer und intelligenter Mann, der keine Scheuklappen besitzt. Für Tom Schaffer jedoch schon genug, die Wahlreife der Grünen anzuzweifeln. Völlig unbegründet, wie ich finde. So ein Mann wäre für mich eher ein Grund, bei den Grünen einzutreten.
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Der Grüne Efgani Dönmez scheint auf alle Fälle ein Riesentalent zu sein, indem er unangenehme Dinge anspricht, ohne jedoch zu pauschalisieren und zu fern der Parteilinie zu sein.
ach deshalb spricht er davon, dass anatolische kameltreiber ein problem seien und minarette als politische symbole zu deuten.
Die Wortwahl des Herren ist ein wenig derb, aber er hat ein Grundsatzproblem erkannt, das sowohl die Grünen, als auch Sozialdemokraten und Liberale in Österreich betrifft: Real existierende Probleme kann man sich nicht wegträumen. Die Herangehensweise von Dönmez ist genau richtig. Muslime sollten selbstverständlich Moscheen bauen dürfen, aber es gibt KEIN Recht darauf, dort Hassprediger hetzen zu lassen. Minarette als Herrschaftssymbole zu deuten, halte ich persönlich auch für übertrieben, aber dass Donmez damit meinte, man solle dem politischen Islam gegenüber Vorsicht walten lassen, ist doch wohl klar? Und dass “All-Inclusive-Kulturzentren” mit Moschee, Basar, Friseur und Wasserpfeifencafe, wo dann nur Migranten unter sich verkehren, nicht der Königsweg zur (gegenseitigen!) Integration sein können, ist doch auch nicht so schwer zu befreifen?