Free Burma, aber richtig

Es ist noch nicht lange her, da haben einige politisch Interessierte in Europa für “Free Burma!” geworben. Als mutige Mönche eine friedliche Protestbewegung starteten, war man sich einig, dass man zumindest mental die Menschen in Burma gegen die irre Militärjunta unterstützten sollte. “Free Burma!” verstanden einige jedoch nur mit einer Art von “kraftspendender Gedankenübertragung”. Wie viel der gut gemeinte, aber realitätsfremde Beistand geholfen hat, sieht man jetzt. Die Militärregierung, die den “Aufstand” brutalst niederschlug mit zig Toten hat fernab des westlichen öffentlichen Interesses das Land weiter heruntergewirtschaftet. Das Volk wurde wie in den letzten 50 Jahren dumm und arm gehalten, Arbeitslager, Erschießungen und Folter gehören bis heute zur Normalität.

Monate nach den Protestmärschen fegte ein Zyklon über Burma und riss vermutlich 100.000 Menschen in den Tod. Der Militärregierung scheint das egal zu sein, Hauptsache, man bleibt weiterhin an der Macht.
Dafür werden ausländische Hilfsmaßnahmen gestört, boykottiert und entnervt. Dass das Volk dahinvegetiert und stirbt ist den Machthabern offensichtlich vor dem geplanten Referendum gar nicht so unrecht.

So oder so: Das Wort “gerechtfertigte intervention” darf man in Europa nicht in den Mund nehmen. Und selbst wenn nicht 100.000, sondern 1.000.000 Menschen - gerade wegen der Blockade-Taktik in ein paar Monaten tot sein könnten, darf man nicht annähernd von einer notwendigen militärischen Operation sprechen. Da wäre man gleich ein Nazi (selbst als Grün-Wähler), ein Bush-Anhänger oder ein Kriegsverbrecher. Der heutige verbreitete Pazifismus ist nicht mehr gesund, sondern krank. Er ist zum Radikalpazifismus übergegangen, der jede Kriegshandlung ablehnt, und sei es zur Rettung von Millionen von Menschen. In vielen Europäern steckt ein Chamberlain, ein zweiter Denkfehler wie damals - “Hitler? Der wird schon Ruhe geben!” wäre absolut zu jeder Zeit denkbar.

Hier geht es nicht darum, für einen sofortigen militärischen Schlag zu plädieren - Es geht darum, etwa die amerikanische Position zu befürworten, notfalls ohne Zustimmung der Militärjunta den Menschen zu helfen, und zur Not mit Waffengewalt.

Anstatt scheinheilig “Free Burma!” zu rufen, sollte man endlich den Weg zum Realismus finden. Den Menschen in Burma muss geholfen werden - Mit Hypnosemethoden wird man das leider nicht erreichen.

Veröffentlicht in: on Mai 8, 2008 at 10:17 Kommentare (11)