Free Burma, aber richtig

Es ist noch nicht lange her, da haben einige politisch Interessierte in Europa für “Free Burma!” geworben. Als mutige Mönche eine friedliche Protestbewegung starteten, war man sich einig, dass man zumindest mental die Menschen in Burma gegen die irre Militärjunta unterstützten sollte. “Free Burma!” verstanden einige jedoch nur mit einer Art von “kraftspendender Gedankenübertragung”. Wie viel der gut gemeinte, aber realitätsfremde Beistand geholfen hat, sieht man jetzt. Die Militärregierung, die den “Aufstand” brutalst niederschlug mit zig Toten hat fernab des westlichen öffentlichen Interesses das Land weiter heruntergewirtschaftet. Das Volk wurde wie in den letzten 50 Jahren dumm und arm gehalten, Arbeitslager, Erschießungen und Folter gehören bis heute zur Normalität.

Monate nach den Protestmärschen fegte ein Zyklon über Burma und riss vermutlich 100.000 Menschen in den Tod. Der Militärregierung scheint das egal zu sein, Hauptsache, man bleibt weiterhin an der Macht.
Dafür werden ausländische Hilfsmaßnahmen gestört, boykottiert und entnervt. Dass das Volk dahinvegetiert und stirbt ist den Machthabern offensichtlich vor dem geplanten Referendum gar nicht so unrecht.

So oder so: Das Wort “gerechtfertigte intervention” darf man in Europa nicht in den Mund nehmen. Und selbst wenn nicht 100.000, sondern 1.000.000 Menschen - gerade wegen der Blockade-Taktik in ein paar Monaten tot sein könnten, darf man nicht annähernd von einer notwendigen militärischen Operation sprechen. Da wäre man gleich ein Nazi (selbst als Grün-Wähler), ein Bush-Anhänger oder ein Kriegsverbrecher. Der heutige verbreitete Pazifismus ist nicht mehr gesund, sondern krank. Er ist zum Radikalpazifismus übergegangen, der jede Kriegshandlung ablehnt, und sei es zur Rettung von Millionen von Menschen. In vielen Europäern steckt ein Chamberlain, ein zweiter Denkfehler wie damals - “Hitler? Der wird schon Ruhe geben!” wäre absolut zu jeder Zeit denkbar.

Hier geht es nicht darum, für einen sofortigen militärischen Schlag zu plädieren - Es geht darum, etwa die amerikanische Position zu befürworten, notfalls ohne Zustimmung der Militärjunta den Menschen zu helfen, und zur Not mit Waffengewalt.

Anstatt scheinheilig “Free Burma!” zu rufen, sollte man endlich den Weg zum Realismus finden. Den Menschen in Burma muss geholfen werden - Mit Hypnosemethoden wird man das leider nicht erreichen.

Veröffentlicht in: on Mai 8, 2008 at 10:17 Kommentare (14)

Austria? Land of Horror? Gedanken zum Inzestfall

Zuerst das “Bombenhirn”, dann der Kampusch-Priklopil, dann der Inzest-Franz: Alle drei lebten in Österreich, alle drei lebten ihre perversen Fantasien aus, und alle drei sorgten für Entsetzen in der Weltöffentlichkeit. Alle waren auf irgendeine Weise hochbegabt, aber von Wahnsinn erfüllt. Franz Fuchs, der Bomben bastelte und laut IQ-Tests einen IQ von 160 auswies, und die besten Profiler zum Narren hielt, Wolfgang Priklopil, der 8 Jahre lang ein Mädchen gefangen hielt und jetzt also der “Inzest-Franz”, der als ich zitiere einen Augenzeugenbericht “grenzgenialer Elektrotechniker”, der 24 Jahre seine Tochter einsperrte, vergewaltigte, und 7 Kinder mit ihr zeugte.
Es gehört zum Wesen den besonders Bösen, dass die Täter nicht gerade “unintelligent” sind - Geht auch nicht anders, will man jahrelang das Netz aus Lügen und Verstecken aufrechterhalten.
Das ist schon mal eine Grundinformation, die für viele unerträglich ist. Intelligente Menschen würden so etwas nicht machen - Falsch. Intelligenz und Wahnsinn schließen sich nicht aus, sie sind die perfekte Kombination des Bösen.
Der zweite Fehler ist die Entmenschlichung der Täter. “Pro Sieben Austria” spricht nur mehr von der Bestie von Amstetten. Sager wie “Das kann ein Mensch nicht machen!” treiben Psychologen berechtigterweise zur Weisglut. Denn ein Mensch ist sehr wohl in der Lage, grauenvolles zu vollbringen. Nur die Gesellschaft kann und will es nicht wahrhaben, und will sich mit fragwürdigen Titulierungen aus der Affäre ziehen.

Zum Haare raufen ist die Suche nach Schuld: Gewiss gibt es in vielen Kriminalfällen behördliche Mängel. Mittlerweile wird automatisch nach jeder größeren Angelegenheit nach Schuld bei den Behörden gesucht. Das hat den Zweck, die Eigenverantwortung abzuladen und einen Sündenbock zu erurieren. Genau jene, die “es eh schon immer gewusst haben, dass der Franz ein komischer war …”, sind da immer ganz besonders eifrig bei der Schuldsuche.

Der Gipfel bis dato sind aber die internationalen Medienberichte: Österreich ist nun nicht mehr das Land des Mozarts, der Musik und der Fiaker, sondern das Land der Perversen, der Pädophilen und des Inzest-Franz.
Das haben viele noch gar nicht begriffen, was auf Österreich in den nächsten Jahren zukommen wird. Belgien kann ein Liedchen davon singen, ein jahrelanger Imageschaden durch einen einzelnen Irren, für den Rest-Belgien nichts konnte. Die EU-Sanktionen war gar nichts im Gegensatz zum aktuellen Fall - Austria? Land of horror?

Einige Beispiele gefällig:

EL Pais (Madrid)
Perversion oder Krankheit… Schon wieder in Österreich. Wieder erreichen uns aus Österreich Nachrichten, die uns umwerfen. So wie die Entführung von Natascha Kampusch. (…) Wieder kam das aus Österreich, der Heimat von Freud, dem Geistesriesen, der uns die im Unbewussten schlummernde Sexualität erweckte.

Jutarnji list (Zagreb)
Die österreichischen Politiker sind schockiert. Oder sind sie verantwortlich? In Österreich zeigen die Politiker gerne, wie erschüttert sie sind. Sie haben dabei keine Angst, dass sie vielleicht zur Verantwortung gezogen werden könnten.

Vecer (Maribor)
Ist auch in Österreich die Familie in jedem Fall so heilig und unantastbar, obwohl doch alle Indizien darauf hinweisen, dass in ihr etwas passiert ist, was bisher unvorstellbar war?”

Delo (Laibach)
Österreich wird sich fragen müssen, was einige in seiner reichen, selbstbewussten Gesellschaft dazu verleitet, derart kranke Fantasien zu verwirklichen, wie das Einsperren einer Geliebten allein und für immer in einem dunklen Keller.

Jetzt wird man also nicht mehr auf Haider, Nazis oder auf den schlechten Fußball im Ausland angesprochen werden. Man kann sich schon darauf freuen.

Die Stigmatisierung eines Landes aufgrund eines Falles ist natürlich eine bodenlose Unverschämtheit, zeigt aber das intellektuelle Niveau, auf das sich die Öffentlichkeit befindet.
Was aber besonders in Österreich auffällt, ist die Angst vor dem Ansprechen, vor dem Hinterfragen. Das “Vernaderer”-Phänomen ist in Österreich im Gegensatz zu anderen ähnlich kleinen Ländern sehr ausgeprägt.
Das wäre der einzige Kritikpunkt - Österreich ist aber genau so wenig ein Perverso-Land wie Deutschland, Frankreich oder Belgien. Aber normale Berichterstattung - Das kann man sich in der heutigen Zeit nun einmal nicht erwarten.

Veröffentlicht in: on April 29, 2008 at 12:34 Kommentare (8)

ORF-Sportjournalismus im Rapid-Himmel

Montags, im Fernsehsender “DSF”: Der Reporter leitet ein Interview nach einem Fußballspiel mit den Worten “Unter uns Journalisten ist es verpönt, zu fragen, wie sich ein Spieler fühlt” ein.

Da bekommt man als ORF-geschädigter Österreich schon einen Lachkrampf. Denn Oliver Polzer, Pariasek und Co. haben da ganz ein anderes Bewusstsein für Berufsethik, abgesehen von ihrer Lieblingsfrage: “Wie fühlen Sie sich?”. Die Fußballabteilung des ORF’s ist ein einzigartiges Beispiel für miesen Journalismus, unobjektiv noch dazu. Ein Skandal wäre es, wenn ein Delling oder ein Netzer orgasmusartige Zustände bei einem Sieg eines Vereins bekommen würden.
Pariasek und Co. schämen sich nicht, sich als Qualitätsjournalisten zu sehen, gleichzeitig aber eindeutig zu zeigen, welcher Verein der einzig wahre Verein in Österreich und sowieso auf der Welt ist.

Egal, welch Fan man ist, die jahrelange Subjektivität der ORF-Moderatoren ist ein Skandal, und noch ärgerlicher ist es, dass dieser Unfug ohne große Aufregung in der ORF-Führung geduldet wird.
Ein weiteres Phänomen ist orf.at. Dort ist die Sportabteilung drauf und dran, die Blödheiten ihrer Fernsehkollegen zu toppen. Im Laufe des Meisterschaftsendkampfes in der österreichischen Bundesliga hat man natürlich DEN Verein gepuscht. “Tradition gegen Kommerz”, tönte es in einem Artikel. “Die besten Fans der Welt”, tönte es im anderen Artikel:

EADS-Millionen, Pensionsversicherungsverträge für die Mitglieder, OMV-Logo auf dem Shirt - Alles natürlich kein Kommerz, aber das würde der qualitätsvolle Journalismus des ORF nicht wagen, derart kritisch mit DEM Traditionsverein umzugehen. Da ist es schon weit würdiger, auf DEN Fußballfeind schlechthin hinzuhauen, und in Rapid den Erlöser zu suchen. Die besten Fans der Welt. Wer denkt da noch an diverse Schlägereien oder immer wieder komische Vorfälle, die - hoit a bissal - ans rechte Eck erinnern?

Aber der ORF-Journalismus und der gesamte österreichische Fußball ticken anders. Selbstverständlich wurde die Rapid-Meisterfeier übertragen. Steht doch außer Frage, dass auch die Meisterfeier von Red Bull Salzburg übertragen worden wäre, hätte dieser Verein den Meistertitel noch errungen. Apropo: Wie fühlen Sie sich?

Veröffentlicht in: on April 28, 2008 at 9:35 Kommentare (3)

“Waterboarding” - Wenn der Hinweis auf Folter selbst zur Folter wird

Amnesty international ist eine wichtige Organisation. Unrecht muss beobachtet werden. Unrecht muss beachtet werden. Unrecht muss beschrieben, analysiert und bewertet werden. Dies sind nur wenige Aufgaben dieser eigentlich ehrenwerten Organisation. Aber auch Organisationen können ideologisiert werden, auf einer Welle des Mainstreams mitschwimmen, gerade wenn sie populistische Zustimmungen gewinnen wollen.

AI weist gerne auf die Folterstaaten dieser Welt hin. Doch hat diese Organisation schon lange gemerkt, dass ein allgemeiner Hinweis nicht zieht. Schon gar nicht ziehen in Europa Berichte über Folter in China, außer, wenn es die Tibeter betrifft, weil der Dalai Lama so lieb lächelt. Andere gebeutelte Minderheiten in China sind nicht von Interesse. AI braucht auch gar nicht über die vielen vergewaltigten tschetschenischen Frauen berichten, über die die russischen Soldaten hergefallen sind. Im Gegensatz zu den USA, wo derartiges Verhalten sofort bestraft werden würde, haben die russischen Soldaten in Tschetschenien Narrenfreiheit.
Ebenso würden keine Hinweise auf die Verbrechen der Taliban oder der Al Kaida der Renner sein. Dass die Taliban ihre zwölfjährigen Kinder die Köpfe von Gefangenen abschneiden lassen, als Ritual zur “Mannwerdung”, wird keine Aufmerksamkeit schüren. Dass in Saudi Arabien Menschen schon mal für Diebstahl ihre Hände verlieren können, oder dass in einigen “orientalischen” Foltergefängnissen noch die “Eisener Jungfrau” stehen soll, ist halt auch unspektakulär.
In Afrika regieren Warlords, die es lieben, das Fleisch ihrer Feinde zu verspeisen oder den Krokodilen zum Fraß vorzuwerfen. All das macht keine Aufmerksamkeit!

Daher bleibt AI gar nichts anderes übrig, um irgendetwas über DEN Hass-Staat zu bringen, ein Anti-Waterboarding-Video gegen die einzige verbliebene Supermacht der Welt.
Gewiss: Eine Schande ist es, dass diese “Verhörmethode” in Guantanamo und in Geheimgefängnissen existiert. Unentschuldbar ist es, dass Bush und Co. dies auch noch öffentlich rechtfertigen. Völlig inakzeptabel, ekelerregend, grausam.

Der Eindruck ist aber nun einmal so, dass die USA pauschal wieder einmal als “Satan” - als Mittel für den Zweck - herhalten müssen. Bei aller gerechtfertigten Kritik, die geäußert werden muss, sind die USA nicht mit Foltersystem-Staaten wie Iran, Saudi Arabien oder China zu vergleichen.
Zudem es eine psychologische Erklärung (keine Entschuldigung!) gibt: Die Vereinigten Staaten sind traumatisiert, sie wurden angegriffen, tausende Menschen am 11. September ausgelöscht, Solche Ereignisse fressen aus Angst die Seele auf, man akzeptiert Dinge, die man sonst nie akzeptieren würde. Die Zeit wird die Wunden heilen, der Anfang beginnt mit dem Ende von Bush. Diesen Eindruck hat man von anderen Staaten nicht, und das ist der große Unterschied. Die USA haben sich immer schon selbst “geheilt”.
Folter ist kein “amerikanisches” Problem, sondern ein weltweites Problem. Man darf nicht vergessen, dass es in Österreich gar nicht so lange her ist, dass Folter erlaubt war, oder das diverse Schubhäftlinge von Behörden eine “Extrabehandlung” zu spüren bekamen. Folter beginnt schon bei der Bevölkerung selbst: In Deutschland hatten viele Verständnis für jenen Polizisten, der mit Folterdrohungen die Wahrheit aus einem Pädophilen herauspressen wollte.

Dieses globale, allumfassende Problembewusstsein existiert jedoch nicht. Nur als Teil einer antinationalen Bewegung ist es in einer offensichtlich leicht überforderten Gesellschaft möglich, begeisterte Aufmerksamkeit zu erlangen, sei es früher der Hass auf alles “Jüdische”, der Hass auf alles “Französische”, oder der aktuelle Hass auf Israel oder die Vereinigten Staaten.

“Waterboarding” ist übrigens eine europäische Form der Folter. Ihr Entwicklungsstadium erreichte unter der spanischen Inquisition ihren Höhepunkt.

Veröffentlicht in: on April 25, 2008 at 1:15 Kommentare (3)

Die wandernde Kniescheibe

Im Zuge meines Abnehmprogramms (wiege nun 85 Kilo mit 1,87m Größe) lief ich gestern gemütlich durch den Wald, als plötzlich die Kniescheibe sich von mir trennen wollte. Jedenfalls wanderte die Kniescheibe während eines Schritts auf eine Wurzel von vorne bis zur Kniekehle zurück, begleitet mit einem entzückenden Knirschen.

Alleine im Wald, ohne Handy (Ich Depp!), blieb mir nichts anderes übrig, als mir die Kniescheibe durch einen gezielten Schlag wieder einzurenken, mit Sternchen vor den Augen aufzustehen und 20 Minuten durch den Wald bis zum Auto zu humpeln.

Nach einer Fahrt ins Krankenhaus, wo kein gröberer Schaden - ich habe wohl einen Knorpel aus Gummi - diagnostiziert wurde, außer des sichtbaren Blutergusses, durfte ich mit einer umständlichen Knieschiene heim.

Verständlich, dass mir heute die Lust fehlt, etwas politisches zu schreiben.

Veröffentlicht in: on April 20, 2008 at 12:17 Kommentare (6)

Krank

Beitrag fällt für diese Woche aus

Veröffentlicht in: on März 1, 2008 at 10:46 Kommentare (1)

Österreich als “Little Italy”

Die Causa Haidinger und die Tschad-Hysterie zeigen, dass Österreich in Wahrheit schön längst zu einer sogenannten Bananenrepublik mutiert ist. Österreich präsentiert sich als ein “Little Italy”, einerseits einer der reichsten Staaten der Welt, andererseits aber an Provinzialität in Mitteleuropa nur mehr von “Big Italy” zu überbieten. Sowohl politisch, als auch gesellschaftlich gerät Österreich immer mehr im internationalen Vergleich ins Hintertreffen. Warum dieses Land seinen wohlhabenden Status langfristig nicht mehr aufrecht erhalten wird, und was Haidinger und der Tschad uns über Österreich erzählen, versucht dieser Artikel zu erforschen.
(more…)

Der gesponserte Kanzler

Man stelle sich Angela Merkel vor, als Gast beim Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft, mit einem Button auf ihrer Kleidung, worauf in großen Lettern steht “BILD ZEITUNG”.
Na? Einmal kurz nachdenken, was das in Deutschland für einen Skandal auslösen würde, inklusive eines Misstrauensantrag.

In Österreich scheint ein reales, ähnliches Szenario völlig wurscht zu sein. Da präsentiert sich Kanzler Gusenbauer mit einem roten Anorak beim Kitzbühel-Super-G mit einem “Kronenzeitung”- und “Iglo”-Button, Aber anscheinend ist eh schon alles egal in Österreich. Es ist zum weinen.

Veröffentlicht in: on Januar 18, 2008 at 10:46 Kommentare (3)

Venezuela: Schnurstracks in die Diktatur

“Sie wollen einfach alles ändern!“, sagt Daniela und macht dazu eine verzweifelte Handbewegung, als wüsste sie nicht, wo sie anfangen soll zu erzählen. Im Zentrum ihrer Kritik steht der venezolanische Staatspräsident Hugo Chávez der mit seiner Partei den „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“ aufbauen will. Die Oppositionsparteien haben sich zurückgezogen. Chávez kann seitdem in dem Entwicklungsland schalten und walten wie er will: „Jetzt will er die Uhren eine halbe Stunde zurückstellen – Nur weil er es kann.“ Wäre die Situation nicht so ernst, man müsste sicher grinsen. In der Tat gehen die Uhren in Venezuela aber schon lange anders. Die Zeitungen lesen sich wie historische Quellen in deutschen Schulbüchern. Wie einst Adolf Hitler in Deutschland, versuchte Chavez 1992 gegen die Regierung zu putschen, wie Hitler kam er dafür ins Gefängnis und wie einst die NSDAP machte sich Chavez die extreme Armut der Bevölkerung zu nutze, um später legal an die Macht zu gelangen.

Quelle: Neon Magazin 

Veröffentlicht in: on November 4, 2007 at 3:08 Kommentare (18)

Ein Toter lebt als kollektives Phantasma weiter

Ché ist seit 40 Jahren tot. Und das ist gut so.

Guevaras Mythos hat die Jahrzehnte überdauert, und heute scheint er gar kraftvoller denn je zu sein. Im Zuge der Renaissance des Sozialismus in Lateinamerika hat die Heldenverehrung des „Commandante Che“ dort ein bisher unerreichtes Ausmaß angenommen. Die Bewegung der Globalisierungskritiker hat Guevara zum solidarischen, selbstlosen Patron der Schwachen und Benachteiligten aller Kontinente erkoren. Doch „Che“ ist auch längst zur Kultfigur der Werbe-Pop- und Modeindustrie geworden, zu einem universalen Zeichen für eine unbestimmte Sehnsucht nach dem anderen, dem aufrichtigen und unentfremdeten Leben – eine Engelgestalt des Medienzeitalters, ein Emblem der Moderne schlechthin. [...]

Aber Che Guevara war kein Erlöser der Verdammten dieser Erde, kein „Jesus Christus mit der Knarre“, als den ihn der Liedermacher Wolf Biermann in den siebziger Jahren besang. [...]

Weit davon entfernt, jener „vollkommenste Mann seiner Zeit“ zu sein, den der Philosoph Jean Paul Sartre in ihm sehen wollte. war Che Guevara ein unerbittlicher, asketischer Doktrinär. Sein Denken und Handeln waren von einer obsessiven Verherrlichung von Gewalt und Tod beherrscht. „Wo immer der Tod uns trifft, er sei willkommen, wenn nur unser Kriegsruf ein aufnahmebereites Ohr getroffen hat und eine andere Hand sich ausstreckt, um unsere Waffen zu ergreifen und andere Menschen sich daranmachen, die Trauermusik zu intonieren mit Maschinengewehrgeratter und neuen Kriegs- und Siegesrufen“, verkündete er in einer „Botschaft an die Völker der Welt“. [...]

Guevara, der von antiautoritären Studenten und Jugendlichen als libertäre Alternative zum grauen Starrsinn kommunistischer Funktionäre vergöttert wurde, bekannte sich in Wahrheit nicht nur zu einem orthodoxen Marxismus-Leninismus und betrieb von Anfang an die Errichtung einer kommunistischen Einparteiendiktaur in Kuba, in der abweichenden Stimmen rücksichtslos zum Schweigen gebracht wurden. Er hielt auch stets an seiner Verehrung für Josef Stalin fest. [...]

Doch die Wahrheit über die Ideen und Taten Che Guevaras wird seinem Nimbus auch weiterhin kaum etwas anhaben können. Linke verbinden mit seiner Legende die Illusion, es habe doch einmal eine reine, unbefleckte Variante eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz gegeben. Diese Illusion wollen sie sich um keinen Preis verderben lassen. Und die moderne Mediengesellschaft insgesamt braucht den Glauben an ins Überirdische entrückte Idole als Religionsersatz. Che wird deshalb als kollektives Phantasma weiterleben.

Veröffentlicht in: on Oktober 10, 2007 at 10:30 Kommentare (4)

Ewiggestrige Reaktionen

Da vernimmt man aus der Richtung der ÖVP mal zur Abwechslung etwas Fortschrittliches

Das zusammenfassende Papier des Leiters der ÖVP-Perspektivengruppe, Umweltminister Josef Pröll, wird einen überraschenden Vorschlag enthalten - nämlich den für ein Partnerschaftsgesetz, das die Besiegelung gleichgeschlechtlichen Partnerschaften vor dem Standesamt ermöglicht.

… und was ist die Reaktion der FPÖ? Die quittiert diesen anvisierten, längst überfälligen Schritt hin zu einer Gleichberechtigung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit dem Vorwurf, die ÖVP drifte nach links. Wir notieren also: Die Blauen halten die Gleichberechtigung von Homosexuellen nicht für notwendig, sondern für „linke Politik“, was sich mit ihren eigenem weitrechten Politikverständnis - in diesem Fall - nicht deckt. Wir notieren außerdem: Sie wollen offensichtlich die derzeit bestehende Diskriminierung von Homosexuellen perpetuieren. Wahrlich: Diese Partei ist homophob.

Veröffentlicht in: on September 30, 2007 at 9:32 Kommentare (0)

Die richtige Friedenstaube

Eine faszinierende, unglaubliche Sache. Man kann den Mönchen und aufrechten Bürgern Burmas nur viel Glück wünschen!

Veröffentlicht in: on September 24, 2007 at 3:30 Kommentare (1)

Warum ich Broder mag …

Veröffentlicht in: on September 12, 2007 at 5:31 Kommentare (6)

Depressiv

Depressiv macht mich, dass seit 2 Wochen Schlechtwetter herrscht, es nur mehr regnet, düster ist, die Wasserpegel steigen und der Schnee beim Fenster hereinschaut - Im September.
Depressiv macht mich, dass Österreichs noch immer nicht fähig ist, aus der Vergangenheit zu lernen,da man in der Salzburger Armeekaserne laut Zeugenaussagen schon lange um einige Soldaten in Neonazikreisen wusste und nichts unternahm, bis skurrile Videos auf Youtube auftauchten.
Depressiv macht mich, dass der größte Startenor der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts von uns gegangen ist.

Veröffentlicht in: on September 6, 2007 at 11:44 Kommentare (3)

Rechtsliberal?!?

Generell halte ich von Umfragemechanismen, deren herausfordernde Aufgabe es ist, politische Ausrichtung zu eruieren, recht wenig. Trotzdem habe ich mir mal die Zeit genommen und einen Befragungsvorgang durchlaufen, auf den ich über einen Hinweis von Blogger-Kollege Tom Schaffer gestoßen bin: Der politische Kompass meint, ich sei rechtsliberal. Damit kann ich leben.

Wie steht es um die Koordinaten unserer Leser?

Veröffentlicht in: on August 30, 2007 at 3:43 Kommentare (2)